• vom 19.11.2015, 21:02 Uhr

Ski

Update: 20.11.2015, 11:32 Uhr

Rechnungshof

Zu teure Ski-WM




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Rechnungshof: Intransparenz und unwirtschaftliche Förderung bei Ski-WM in Schladming 2013.

Der Rechnungshof übt heftige Kritik an der Förderung der Ski-WM in Schladming 2013 durch öffentliche Mittel. - © apa/Gindl

Der Rechnungshof übt heftige Kritik an der Förderung der Ski-WM in Schladming 2013 durch öffentliche Mittel. © apa/Gindl

Schladming/Wien. (del) Zu teuer, zu unkoordiniert, unklare Geldflüsse - es ist ein hartes Urteil, das der Rechnungshof in seinem aktuellen Bericht über die Austragung der Ski-Weltmeisterschaft 2013 im steirischen Schladming fällt. "Keiner der Beteiligten an der Vorbereitung und Durchführung der 42. Ski Weltmeisterschaft in Schladming 2013 - insbesondere das Land Steiermark, als der mit 152,85 Millionen Euro bedeutendste Finanzmittelgeber - hatte einen Gesamtüberblick über die dafür investierten Mittel", so die Kritik.

Insgesamt wurden 415 Millionen Euro in die Austragung der Ski-WM investiert. 247,75 Millionen davon stammten aus öffentlichen Mitteln. 24 Millionen steuerte das Sport- und Verteidigungsministerium bei. Dass diese Mittel effizient und vor allem transparent eingesetzt wurden, muss angesichts der Rechnungshof-Kritik bezweifelt werden. Im 200 Seiten starken Bericht greift das Kontrollorgan der öffentlichen Hand 16 ausgewählte Projekte in Hinblick auf deren Wirtschaftlichkeit und Nutzen für die Tourismusregion auf. Schon in seinem Rohbericht im Mai hagelte es heftige Kritik wegen der Ski-WM und in Richtung des Veranstalters, dem Österreichischen Skiverband (ÖSV). Letzterer muss sich als Verein übrigens nicht vom Rechnungshof prüfen lassen.


ÖSV als größter Gewinner
Zum Beispiel sind die Kosten für den Bau des Medienzentrums ohne erkennbaren Grund von 12,6 auf 19,27 Millionen Euro gestigen, so der Rechnungshof. Die Kosten für ein neues Zielstadion sollen um ein Dreifaches höher als kalkuliert ausgefallen sein.

Kritik gibt es auch wegen des sogenannten "Skygate" im Zielstadion. Das sollte das neue Wahrzeichen der Stadt werden und wurde mit zwei Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln errichtet. Gebaut wurde es allerdings auf Wunsch des ÖSV, und zwar erst nach dem Zuschlag für die WM.

Überhaupt nennen die Prüfer weniger Schladming oder das Land Steiermark als den ÖSV als größten Gewinner der Austragung. So bemängelt der Bericht, dass auch Projekte gefördert wurden, für die der ÖSV ohnehin Geld vom Internationalen Skivervand (FIS) bekommen hat. Auch die Bewerbung des Sportereignisses sei üppig subventioniert worden. Der ÖSV selbst habe sich nicht an den Kosten beteiligt. Wie und wofür die Fördermittel genau verwendet wurden, sei nicht immer nachvollziehbar. Auf der anderen Seite hat der Skiverband etwa durch den Verkauf der Eintrittskarten profitiert.

In Frage gestellt wird auch der Nutzen des Großereignisses für die Tourismusregion. Wobei der Rechnungshof einräumte, dass es für eine umfassende Beurteilung zu früh sei. Das Gesamturteil des Rechnungshofs fällt dementsprechend nüchtern aus: "Weder waren diese Förderungsentscheidungen nachvollziehbar noch lag ihnen eine vollständige Überprüfung der Notwendigkeit, der Zweckmäßigkeit und der Wirtschaftlichkeit zugrunde", so der Bericht.

Detail am Rande: Der ÖSV will sich mit Saalbach-Hinterglemm für die alpine Ski-WM 2023 bewerben. Der Verband selbst war am Donnerstag für keine Stellungnahme zu den Vorwürfen erreichbar.

Heer hat zu viel Personal
Neben der Ski-WM hat der Rechnungshof auch die Reformen beim Bundesheer in seinem aktuellen Bericht unter die Lupe genommen. Fazit: Es gibt noch immer zu viele Offiziere und Personal beim Heer. Auch die Standorte seien zu zahlreich. Gemäß der Heeresreform von 2010 hätten diese auf 61 reduziert werden sollen. Tatsächlich sind es noch 77 Standorte. Positive Nachrichten gibt es hingegen aus Salzburg. Der Umbau des dortigen Hauptbahnhofs dürfte um rund 13 Millionen günstiger ausfallen als geplant.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2015-11-19 18:02:06
Letzte Änderung am 2015-11-20 11:32:04



Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Plötzlich Favorit
  2. Rapid steht im Sechzehntelfinale
  3. Bundesliga-Bilanz von Sky lässt Fragen offen
  4. Bayern und Ajax sorgen für emotionale Europapokal-Nacht
  5. Schottische Fußballschlachten
Meistkommentiert
  1. Shiffrin schreibt Ski-Geschichte
  2. Mattersburg dreht Parie gegen Austria


Werbung