Wie von einem anderen Stern sprang Prevc bei der Tournee. - © apa
Wie von einem anderen Stern sprang Prevc bei der Tournee. - © apa

Bischofshofen. (may) Der ewige Zweite bei Skisprung-Großereignissen hat endlich zugeschlagen: Der Slowene Peter Prevc, Silbermedaillen-Gewinner bei Olympia in Sotschi, Silbermedaillen-Gewinner bei der WM 2013 in Val di Fiemme und jeweils Zweiter im Gesamtweltcup in den vergangenen beiden Saisonen, hat seinen ersten großen Titel eingeflogen.

Bei der 64. Vierschanzentournee setzte sich der 23-Jährige aus Kranj am Dreikönigstag mit seinem dritten Tagessieg beim Finalspringen in Bischofshofen durch - und gewann die Traditionsveranstaltung damit in überlegener Manier. Der Zweite im Endklassement, der Deutsche Severin Freund - in Bischofshofen ebenso Zweiter -, hat bereits einen Rückstand von 26,5 Punkten. Letztlich hat nur der starke Rückenwind im zweiten Durchgang beim Auftakt in Oberstdorf einen Grand Slam von Prevc - also vier Tagessiege auf der Tournee - verhindert.

Versöhnlich endete der erste Saisonhöhepunkt aus österreichischer Sicht: Nach den schwachen Leistungen sowohl beim Neujahrsspringen in Garmisch als auch beim Bewerb auf der Heimschanze am Bergisel klassierten sich die ÖSV-Adler wieder im Spitzenfeld. Michael Hayböck wurde als bester Österreicher Dritter - und holte sich auch in der Gesamtwertung noch den dritten Stockerlplatz vor dem Norweger Kenneth Gangnes. Lokalmatador und Vorjahres-Tourneesieger Stefan Kraft wurde Vierter. Dennoch konnten die ÖSV-Adler letztlich nicht an das Niveau der Vorjahre anschließen: Erstmals seit 2005 gab es keinen Tagessieg für die rot-weiß-roten Skispringer. Und nach sieben Siegen en suite geht der Gesamtsieg heuer erstmals seit 2008/2009 (Wolfgang Loitzl) nicht nach Österreich. Angesichts der bisherigen Dominanz von Prevc im Weltcup, der nunmehr bei sechs Weltcup-Siegen in dieser Saison hält, war die Verteidigung des goldenen Adlers als Trophäe ohnedies nicht erwartet worden. Prevc ist übrigens erst der zweite Slowene, nach Primoz Peterka anno 1996/97, der den deutsch-österreichischen Skisprung-Klassiker für sich entscheidet. Mit Weiten von 139 und 142,5 Metern auf der Paul-Außerleitner-Schanze war der 23-Jährige auch am Schlusstag mit zwei Mal Höchstweite für die Konkurrenz unerreichbar.

Kulm-WM ohne Schlierenzauer?


Indes geht das Rätselraten um Rekord-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer, der vor dem Finalspringen in Bischofshofen aus dem Team genommen worden war, weiter. Die sportliche Leitung des ÖSV hat eine Entscheidung über die Nominierung für die nächsten Weltcup-Bewerbe am Wochenende in Willingen für Donnerstag angekündigt. Ist Schlierenzauer, der am Donnerstag 26 Jahre alt wird, in Willingen nicht dabei, dann ist auch ein Antreten des Ex-Weltmeisters bei der Skiflug-Heim-WM auf dem Kulm in der darauffolgenden Woche (14. bis 17. Jänner) kein Thema. Somit bangen die Veranstalter in Bad Mitterndorf um ihr großes Zugpferd, für den die Skiflug-WM eigentlich der Saisonhöhepunkt hätte sein sollen. ÖSV-Coach Heinz Kuttin ließ sich am Mittwoch nur entlocken, dass er hoffe, Schlierenzauer möge "relativ rasch wieder zurückkommen".

64. Vierschanzentournee:

Finale in Bischofshofen:

1. Peter Prevc (Slo)297,3

2. Severin Freund (D)290,5

3. Michael Hayböck (Ö)282,6

4. Stefan Kraft (Ö)278,0

Weiters:

23. Manuel Fettner (Ö)231,6

Endstand Gesamtwertung:

1. Prevc1139,4

2. Freund1112,9

3. Hayböck1081,6

Weiters:

5. Kraft1036,2