Levi. Österreichs Slalom-Damen haben weiterhin Aufholbedarf, die Herren dagegen wieder eine Weltklasse-Mannschaft. Das waren in Levi die Erkenntnisse des ersten Slalom-Wochenendes dieses WM-Winters. Nach jeweils zwei Technikrennen führen die Amerikanerin Mikaela Shiffrin sowie Marcel Hirscher die Gesamtwertungen an. Wobei, sonderlich überrascht hat das nach jeweils einem Riesentorlauf in Sölden und einem Slalom in Finnland kaum jemanden. Immerhin hat Sölden-Siegerin Lara Gut auf den Trip zum Polarkreis ebenso verzichtet wie Henrik Kristoffersen, Levi-Sieger von 2014. Das nutzten die Weltmeisterin aus den USA und Hirscher mit überlegenen Siegen, um sich an die Spitze zu setzen.

Aus österreichischer Sicht ist die aktuelle Slalom-Situation vor allem bei den Herren erfreulich. Und das beileibe nicht nur wegen des fünffachen Gesamtweltcupsiegers Hirscher. Es ist noch nicht lange her, da hatte man wegen der Rücktritte von Manfred Pranger, Benjamin Raich, Reinfried Herbst und Mario Matt ein Riesenloch hinter dem Salzburger befürchtet. Und dennoch hat Slalomchef Marco Pfeifer in relativ kurzer Zeit ein junges Team geformt, das mittlerweile über gleich mehrere Stockerlfahrer verfügt. In Levi kamen mit Hirscher, Michael Matt (2.) sowie Manuel Feller (5.) drei Österreicher in die Top-Fünf - und das, obwohl der Halbzeit-Zweite Marco Schwarz die Attacke auf den ersten Weltcupsieg mit einem Ausfall bezahlte. Der 21-jährige Kärntner gab sich trotz der herben Enttäuschung konstruktiv. "Unsere Mannschaftsleistung in Levi war sehr gut. Jeder von uns hat das Zeug, auf das Podium zu fahren", meinte Schwarz.

So weit sind die Damen noch nicht. Nach den Rücktritten von Marlies Schild (2014) sowie im Vorjahr Kathrin Zettel und Nicole Hosp wurde das Team von Jürgen Kriechbaum auch noch von den Verletzungen der zweifachen Gesamtsiegerin Anna Veith sowie dem jüngsten Beinbruch von Eva-Maria Brem schwer getroffen. Michaela Kirchgasser, Carmen Thalmann und Bernadette Schild führen aktuell ein junges Slalom-Team an. Während im Speedbereich eine Cornelia Hütter oder Mirjam Puchner Hoffnung machen, wird es bei den Technik-Damen wohl noch etwas dauern, bis sich neue Siegfahrerinnen entwickelt haben. Großes Potenzial hat unter anderem die 22-jährige Stephanie Brunner.

Schneemangel in Amerika


Während die beiden Levi-Slaloms nach der Absage im Vorjahr wieder auf perfekter Piste über die Bühne gegangen waren, bangt dafür der Weltcup-Zirkus um die folgenden Übersee-Rennen. Am betrüblichsten sieht es derzeit in Beaver Creek aus, wo das komplette Skigebiet schneelos ist. Die Entscheidung über die drei vom 2. bis 4. Dezember auf der Birds of Prey geplanten Herrenrennen fällt am Freitag und wird endgültig sein, wie Herren-Renndirektor Markus Waldner erklärte. Das komplette Beaver-Programm würde stattdessen in Europa gefahren werden. Wo genau, wollte der Südtiroler vorerst noch nicht verraten.

Bescheiden ist auch die Situation im kanadischen Lake Louise, wo am 26. und 27. November zwei Herren- und eine Woche darauf drei Damen-Speedrennen geplant sind. Die Schneekontrolle für den Herren-Event wurde wie angekündigt auf kommenden Dienstag, allerspätestens Mittwoch verschoben. "Derzeit sind wir dort aber weit weg von einer rennfertigen Piste", meinte Waldner pessimistisch. Bezüglich der Damenrennen hat man noch etwas mehr Zeit. Dort wie da hofft man noch auf sinkende Temperaturen. Fallen die Herrenbewerbe in Lake Louise aber aus, gibt es an diesem Wochenende keine Rennen. Sie könnten später in Garmisch oder Kvitfjell nachgeholt werden.