Mikaela Shiffrin, ungewohnt emotional. - © ap/Mike Groll
Mikaela Shiffrin, ungewohnt emotional. - © ap/Mike Groll

Killington. Ehe der Ski-Weltcup in dieser Woche mit den ersten Speed-Rennen bei Herren und Damen in Val d’Isère beziehungsweise Lake Louise aufwartet, gehörte die Bühne an der US-Ostküste an diesem Wochenende noch einmal den stärksten Technikerinnen - und da vor allem einer: Mikaela Shiffrin untermauerte bei ihrem Heimrennen in Killington ihre Ausnahmeposition im Slalom, setzte sich vor der Slowakin Veronika Velez-Zuzulová und der Schweizerin Wendy Holdener durch und wurde so ihrer Favoritenstellung wieder einmal gerecht.

Im Osten nichts Neues also? In gewisser Weise doch. Denn zum einen wurde die Rückkehr des Ski-Weltcups in diese Region nach 25 Jahren Warten ein Riesenerfolg, zum anderen war Serientäterin Shiffrin, mit 21 Siegen in dieser Disziplin ex aequo mit Erika Hess schon Dritte der Allzeitbestenliste, ungewohnt nervös gewesen. Beim Riesentorlauf tags davor war sie als Fünfte noch unter ihren eigenen hochgesteckten Erwartungen geblieben. "Ich habe so gehofft, dass es heute klappt. Danke, dass ihr mich so lautstark unterstützt habt, Ihr seid die Besten", jubelte sie den 10.000 Zuschauern zu, die hauptsächlich wegen ihr gekommen waren. Die 21-Jährige ist zwar in Colorado auf die Welt gekommen, ihre Familie, von der auch ihre 95-jährige Großmutter sich einen Rennbesuch nicht entgehen ließ, stammt aber aus dem Osten, Shiffrin selbst hat an der Burke Mountain Academy in Vermont graduiert.

Erwartungsgemäß nicht viel zu holen gab es für das dezimierte Team des österreichischen Skiverbands, aus dem Bernadette Schild und Michaela Kirchgasser als Achte und Neunte wenigstens in die Top Ten kamen und drei weitere junge Fahrerinnen Weltcuppunkte holten.

In der Gesamtwertung liegt Shiffrin nun nach vier Technikrennen 157 Punkte voran, bei den folgenden Speed-Rennen könnten sich die Kräfteverhältnisse aber wieder verschieben. Allerdings hat die US-Amerikanerin in der Vorbereitung heuer gezielt auch die schnellen Disziplinen trainiert, um ihrem großen Traum, dem Gewinn des Gesamtweltcups, näher zu kommen. In Lake Louise wird sie daher erstmals auch die Abfahrtslatten anschnallen. "Ich nehme das alles sehr ernst. Aber die anderen sind superschnell. Also werde ich versuchen, über die Trainings reinzukommen und das Beste zu probieren", erklärte sie. Schon am Dienstag steht in Kanada das erste Training für die Abfahrt am Freitag auf dem Programm.