Innsbruck. (may) Gerade einmal 40 Zentimeter trennen die beiden nach zwei Bewerben - am Mittwoch kommt es nun in Innsbruck sogar zum direkten Duell der beiden Besten der diesjährigen Vierschanzentournee. Die Rede ist von Kamil Stoch und Stefan Kraft, der in der Gesamtwertung lediglich 0,8 Punkte hinter dem polnischen Doppel-Olympiasieger von 2014 liegt. Der brisante Showdown am Bergisel kommt deshalb zustande, weil Stoch die Qualifikation am Dienstag (nach zuvor ansehnlichen Trainingssprüngen) links liegen ließ, während der Salzburger Tournee-Sieger von 2014/15 mit 134,5 Metern inklusive lupenreinem Telemark nicht nur die Ouvertüre überlegen für sich entschied, sondern zugleich auch mächtig Selbstvertrauen auf der Heimschanze tanken konnte. "Spannender geht es nicht mehr, da werde ich sicher am Anlauf auch etwas nervös sein", merkte der 23-Jährige an, der am Mittwoch (ab 14 Uhr) als Letzter über den Bakken gehen wird. "Aber es war ein cooler Qualifikationssprung, und ich bin perfekt in den Wettbewerb hineingekommen. So etwas gibt Selbstvertrauen", sagte Kraft, der den ersten Bewerb in Oberstdorf für sich entschieden und vor zwei Jahren in Innsbruck als bestes Ergebnis einen zweiten Platz erreicht hatte.

Mannschaftlich stark präsentierten sich nach der Schaffenspause in Garmisch auch die anderen Österreicher: Michael Hayböck bewies mit lockeren 131 Metern und Rang vier, dass die Bergiselschanze zu seinen Lieblingsanlagen zählt (wo er mit 138 Metern auch Schanzenrekord hält) und er zumindest einen Stockerlplatz in der Tournee-Wertung noch nicht ganz abgeschrieben hat; auch der Gesamt-Siebente Manuel Fettner behauptete sich mit 129 Metern und Rang sieben weiter in der Weltspitze. Insgesamt schafften es sogar zehn Österreicher in den Hauptbewerb.

Nimmt man die Qualifikationsergebnisse heran, dürfte es am Bergisel zu einem Duell Österreich gegen Polen kommen: Denn hinter Kraft reihten sich Maciej Kot (132 Meter) und Piotr Zyla (130 Meter) ein. Auch mit dem norwegischen Garmisch-Sieger Daniel André Tande dürfte neuerlich zu rechnen sein - er setzte auf dem Kunstschneeband bei 132 Metern auf, Rang fünf.

Wetter bereitet Sorgen


Ob beim Bewerb am Mittwoch ähnlich perfekte und faire Bedingungen wie am Vortag herrschen, ist jedoch unsicher, denn für den Wettkampf haben sich lebhafter Wind und Schneefall angesagt. Erinnerungen an 2008 und 2014 könnten somit wach werden, als erstmals ein Bergiselspringen abgesagt beziehungsweise nach dem ersten Durchgang abgebrochen werden musste. Letzter rot-weiß-roter Sieger war übrigens 2013 der Tiroler Gregor Schlierenzauer, der in Vorbereitung auf sein Comeback auf seiner Hausschanze soeben zwei Trainingstage absolvierte. Ob der 26-Jährige schon wieder mithalten kann, wurde nicht verraten - lediglich, dass das Comeback des 53-fachen Weltcupsiegers am 13.Jänner in Wisla (Polen) über den Bakken gehen soll.

Vierschanzentournee,

Gesamtwertung nach 2 Bewerben:

1. Kamil Stoch (Pol) 591,2 Punkte

2. Stefan Kraft (Ö) 590,4

3. Daniel André Tande (Nor) 584,6

Weiters:

6. Michael Hayböck (Ö) 561,5

7. Manuel Fettner (Ö) 554,4

Nächste Bewerbe:

Innsbruck Mittwoch 14.00 Uhr

Bischofshofen Freitag, 16.45 Uhr