St. Moritz. Der Countdown in St.Moritz läuft. Fünf Tage vor dem ersten Rennen, dem Damen-Super-G am Dienstag (12 Uhr), gaben die Veranstalter grünes Licht: "Wir sind bereit. Es ist Zeit, dass es jetzt losgeht", sagte Hugo Wetzel, der Präsident des Organisationskomitees der Alpinski-WM. Fast fünf Jahre dauerte die Vorbereitung. Die erste Nagelprobe haben die Engadiner im Zuge des Weltcup-Finales im März 2016 bestanden. "Achtzig Prozent der Abläufe konnten dabei durchgespielt werden."

Und damals hatte auch die sportliche Seite gestimmt. Beat Feuz verzückte die Schweizer Fans mit einem Doppelsieg in Abfahrt und Super G, Lara Gut durfte sich am Ende offiziell zur Gesamtweltcupsiegerin küren lassen. Erfolge der Schweizer Athleten erhofft sich Wetzel naturgemäß auch bei der WM. "Top-Ergebnisse unserer Fahrerinnen und Fahrer sind wichtig für unseren Anlass. Sie beeinflussen die Stimmung rund um die WM und den Ticket-Verkauf gleichermaßen." Seinen Angaben zufolge ist der Absatz von Eintrittskarten den Erwartungen nach Plan entsprechend verlaufen. Allerdings werden rund 40 Prozent der Tickets noch an den Tageskassen veräußert. Besonders zur Herren-Abfahrt am 11. Februar dürfte es im Nobelskiort im Oberengadin überbordende Stimmung und ausverkauftes Haus geben.

Das Publikum will aber auch abseits der Pisten unterhalten werden. "Dafür ist in St. Moritz mit einem abwechslungsreichen Programm gesorgt. Wir werden ein Bombenfest erleben", versprach Wetzel.

Das Wahrzeichen der 44. Ski-WM ist schon jetzt auf dem Medaillenplatz im Zielbereich der Corviglia zu bewundern: Sechs Tonnen schwer, 19 Meter hoch, zusammengesetzt aus 637 dreieckigen Mehrschicht-Holzplatten - das sind die Kennzahlen der monströsen Skifahrer-Skulptur namens Edy. Die von einer Künstlergruppe entworfene Skulptur ist übrigens eine Hommage an den Schweizer Slalom-Olympiasieger von 1948, Edy Reinalter. Der siegte damals in St. Moritz und war so etwas wie eine Stilikone - bekannt für seine schnittigen Schwünge und seinen legendären Hüftknick. Die Figur ist übrigens begehbar und soll nicht nur bei der Eröffnungsfeier am Montag, sondern bei den verschiedensten Zeremonien eine zentrale Rolle spielen. Für diese Symbolfigur haben die WM-Verantwortlichen durchaus tief in die Tasche gegriffen, hat sie doch rund eine halbe Million Franken (467.000 Euro) gekostet. Was mit der Skulptur nach der WM passieren soll, ist übrigens noch offen.

ÖSV: Business as usual


Indes ist man im ÖSV bemüht, vor allem die Debütanten auf ihr erstes Großereignis bestmöglich einzustimmen: Wie berichtet, stehen im 14-köpfigen Damen-Aufgebot für St. Moritz nur vier Läuferinnen mit WM-Erfahrung, bei den Herren sind es sieben. Ein junges Team bedeute aber "keinen besonders großen Druck", sagte Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum. Die Vorbereitung auf die WM werde sich sodann nicht von jener auf andere Rennen unterscheiden. "Wir werden schauen, dass wir ‚business as usual‘ machen. Wir werden uns so vorbereiten, wie man das bei jedem anderen Rennen auch macht." - "Gewissenhaft, wie auf jedes andere Rennen auch", so will sich ebenso die Herren-Equipe laut Cheftrainer Andreas Puelacher auf das Winterhighlight einstimmen. "Wir machen die Vorbereitung wie auf ein Weltcup-Rennen. Aber beim Rennen selbst braucht keiner Rücksicht nehmen auf Punkte, jeder kann voll drauflosfahren. Das taktische Fahren fällt weg, es gilt nur noch Andrücken. Es zählen nur eins, zwei, drei. Da muss jeder von uns Vollgas geben."