Hochfilzen. (rel) Die Biathlon-WM in Hochfilzen war noch nicht richtig gestartet, wird sie schon von einem möglichen Dopingskandal überschattet. Das österreichische Bundeskriminalamt hat, wie nun bekannt wurde, am Mittwoch eine Hausdurchsuchung im Teamquartier des kasachischen Nationalteams durchgeführt. Dabei seien zahlreiche medizinische Produkte, Medikamente und Mobiltelefone sichergestellt worden, gab die Polizei am Donnerstag bekannt.

Der Razzia mit 30 Beamten waren Ermittlungen nach dem Fund verdächtiger Aufzeichnungen und Gegenstände vorausgegangen. Im Jänner 2017 sei bei einer Tankstelle in Osttirol von einer Privatperson beobachtet worden, wie die Insassen von mehreren Kleinbussen bei einer Tankstelle einen größeren Karton entsorgt haben. Zurzeit wird von den Kriminalbeamten überprüft, ob ein Verstoß gegen das Anti-Doping-Bundesgesetz vorliegt und der Tatbestand des Sportbetruges erfüllt ist. Ungeachtet der Funde im Teamhotel in Waidring darf das kasachische Team aber vorerst an den WM-Bewerben teilnehmen. Derzeit gebe es nur einen Verdacht, deshalb könne man keine Disziplinarmaßnahmen setzen, erklärte IBU-Generalsekretärin Nicole Resch.

Gold geht an Deutschland

Beim ersten Bewerb dieser Biathlon-WM, der Mixed Staffel, spielten die Kasachen keine Rolle. Die erste Goldmedaille der Biathlon-WM am Donnerstag in Hochfilzen ging an das Team aus Deutschland. Vanessa Hinz, Laura Dahlmeier, Arnd Peiffer und Simon Schempp gewannen die Mixed-Staffel (2 mal 6 und 2 mal 7,5 Kilometer) sicher 2,2 Sekunden vor Titelverteidiger Frankreich (mit Superstar Martin Fourcade) und 3,2 Sekunden vor Russland. Das ÖSV-Team mit Lisa Theresa Hauser, Fabienne Hartweger, Simon Eder und Dominik Landertinger kam über Rang neun nicht hinaus. Nach einer Strafrunde von WM-Debütantin Hartweger fehlten 1:20,2 Minuten auf die Sieger.

Am Freitag geht die Jagd nach Einzelmedaillen mit dem Damen-Sprint (14.45 Uhr/live ORFeins) weiter. Für Österreich trägt auch hier Lisa Hauser die größten Hoffnungen, Favoritinnen sind aber andere. Allen voran Laura Dahlmeier, Gabriela Koukalova, Marie Dorin-Habert und Kaisa Mäkäräinen. Das Quartett hat in der aktuellen Saison 12 von 15 Weltcupeinzelrennen gewonnen und zahlreiche weitere Stockerlplätze erobert. In den fünf Sprints siegten die Vier jeweils einmal.

Das Sprintführungstrikot trägt derzeit Mäkäräinen, die Finnin triumphierte beim jüngsten Rennen über 7,5 Kilometer mit nur zweimal Schießen in Ruhpolding. Nach Gesundheitsproblemen im Vorjahr läuft es für die ehemalige Weltcupgesamtsiegerin in diesem Winter wieder richtig rund. Deshalb darf die 34-Jährige auch mit Zuwachs in ihrer Sammlung von fünf WM-Medaillen rechnen.

Das weiß auch die elf Jahre jüngere Hauser. Die Tirolerin wurde nach Spitzenergebnissen zu Saisonbeginn (unter anderem Platz fünf im Sprint von Östersund) um den Jahreswechsel von einer Grippe gebremst. Bei der Mixed Staffel reichte es nun nur für Platz neun. "Mein Ziel in den Einzelrennen sind die Top Ten", sagte sie.