Hochfilzen. (rel) Der Einzel-Bewerb der Männer bei der Biathlon-WM im Tiroler Hochfilzen hat am Donnerstag mit einer Sensation geendet. Der Amerikaner Lowell Bailey, der eigentlich schon mit Rücktritt geliebäugelt hatte, holte sich mit 3,3 Sekunden Vorsprung vor dem Tschechen Ondřej Moravec Gold und sorgte damit für den ersten WM-Titel im Biathlon für die USA. Der große Favorit Martin Fourcade aus Frankreich musste sich mit Rang drei begnügen. Dementsprechend sprachlos gab sich Bailey im anschließenden TV-Interview. "Ich habe keine Worte für diesen Sieg. Ich habe mir nur gesagt, angreifen, angreifen", japste der US-Biathlet.

Weniger enthusiastisch fiel ob des mauen Ergebnisses die Reaktion der österreichischen Athleten aus, die allesamt nicht mehr in den Kampf um die Medaillen eingreifen konnten. Simon Eder belegte als bester Österreicher den zwölften Platz, Julian Eberhard und Daniel Mesotitsch klassierten sich auf den Rängen 14 und 15. Dominik Landertinger hingegen musste sich mit Platz 26 begnügen. Eder haderte zwar mit seinen Fehlschüssen, strich aber das Positive an seinem Arbeitstag hervor. "Stehend fehlt mir ein wenig die Selbstverständlichkeit. Es war heute trotzdem wieder ein super Rennen", sagte der Salzburger, der am Ende doch 1:31,6 Minuten Rückstand auf den Sieger aus Lake Placid hatte.

Staffellauf der ÖSV-Damen


Das österreichische Biathlon-Damenquartett wiederum geht am Freitag (14.45 Uhr/live ORF eins) als Außenseiter in den WM-Staffelbewerb über vier mal sechs Kilometer. Ein Ergebnis unter den Top Ten, wie im Weltcup in dieser Saison als Neunte bereits zweimal geschafft, ist für Dunja Zdouc, Julia Schwaiger, Christina Rieder und Lisa Theresa Hauser das Ziel. Im Vorjahr bei den Weltmeisterschaften in Oslo belegte das ÖSV-Team Rang zwölf. Allein, eine Medaille ist auch diesmal nicht realistisch. "So weit sind wir nicht, da muss man schon die Kirche im Dorf lassen", erklärte ÖSV-Trainer Walter Hörl am Schießstand. Die Medaillen werden sich Deutschland, Russland, Frankreich, Italien und Titelverteidiger Norwegen untereinander ausmachen.

Indessen hat der Biathlon-Weltverband bestätigt, dass alle vor einer Woche nach einer Polizeirazzia genommenen Dopingproben des kasachischen WM-Teams negativ ausgefallen sind. Die Proben sind im Wada-Labor in Seibersdorf auch auf Wachstumshormone und EPO analysiert worden.