Lahti. Für die nordischen Kombinierer geht es am Freitag (15/17.15 Uhr/ORFeins) zum vierten und letzten Mal bei den Weltmeisterschaften in Lahti um WM-Gold. Nur noch jeweils zwei Athleten werden im Team-Sprint an den Start gehen. Österreichs Equipe wurde aus taktischen Gründen erst am späteren Donnerstagnachmittag publiziert - sie besteht aus Bernhard Gruber und Wilhelm Denifl.

Für die internationale Konkurrenz gilt es, den Goldrausch von Johannes Rydzek zu beenden. Der Deutsche ist nach bereits drei Mal Gold natürlich Fixstarter und wird aller Voraussicht nach wohl Eric Frenzel zur Seite haben. Das DSV-Duo ist somit klarer Favorit in diesem selten gelaufenen Wettkampf, der in dieser Weltcup-Saison nur Mitte Jänner im Val di Fiemme auf dem Programm stand. Damals war der Bewerb aber nicht topbesetzt, auch Rydzek und Frenzel waren nicht am Start.

Nach jeweils zwei Großschanzen-Sprüngen pro Team wird in der Loipe abwechselnd jeweils fünfmal eine 1,5-Kilometer-Schleife gelaufen, also insgesamt 15Kilometer. Das Ziel der Österreicher ist es jedenfalls, dem Team-Bronze vom vergangenen Sonntag ein weiteres Edelmetall folgen zu lassen. Nicht zuletzt deshalb galt es, den unmittelbaren Gegnern wie den Franzosen, Norwegern, Japanern und auch Finnen nicht vorzeitig etwas über die Aufstellung zu verraten.

"Es ist gar nicht so einfach. Es ist extrem wichtig, dass wir auch springerisch dabei sind. Wenn man sieht, dass die Deutschen und die Franzosen alle zwei gute Springer haben", sagte ÖSV-Cheftrainer Christoph Eugen. "So schnell kannst gar nicht schauen, und du kannst nur noch um Bronze fighten."

Womit Eugen auch klarstellte, dass man durchaus um jeden Medaillenplatz kämpfen möchte. "Wir haben alle Farben im Visier. Alles, was jetzt kommt, ist Draufgabe. Wir haben unsere Medaille gemacht. Wir werden auch im letzten Bewerb alles geben, um noch eine zu machen."

Die auf einer Erfolgswelle reitenden Deutschen sind eine Bank auf Edelmetall. Der nunmehr insgesamt fünffache Weltmeister Johannes Rydzek, der unter anderem auch Deutschlands Kombinations-Legende Ronny Ackermann überholt hat, ist nun bei Weltmeisterschaften der erfolgreichste Kombinierer aller Zeiten. Mit fünf Gold- und vier Silbermedaillen sowie einmal Bronze liegt Rydzek nun vor dem Norweger Bjarte Engen Vik (5/3/0) und Jason Lamy Chappuis aus Frankreich (5/0/5). Österreichs allzeitbester Kombinierer ist ja immer noch Felix Gottwald (3/2/6).

Der Team-Sprint wird zum dritten Mal bei Weltmeisterschaften ausgetragen. 2013 im Fleimstal holten Gruber/Denifl den Vize-Weltmeister-Titel. Vor zwei Jahren in Falun landete jedoch das ÖSV-Gespann Gruber/Sepp Schneider abgeschlagen auf Rang sieben. Der Titel ging damals an die Franzosen François Braud/Chappuis vor den Deutschen Frenzel/Rydzek.