Sierra Nevada. Von "Silber und Gold in den Bergen Spaniens" hat bereits Jim Morrison gesungen - ab Mittwoch geht es in der Sierra Nevada tatsächlich um das große Edelmetall-Schürfen bei der WM für Snowboarder und Freestyler. Dabei wollen die Boarder des ÖSV ihre eindrucksvolle Erfolgsserie prolongieren: Seit den Titelkämpfen auf dem Kreischberg 2003 haben die Raceboarder immer zumindest eine Goldmedaille erobert. In Spanien geht Benjamin Karl auf seinen insgesamt fünften Titel in Parallelrennen los. Freestylerin Anna Gasser zählt im Big Air zu den großen Favoriten.

Nach der Premiere auf dem steirischen Kreischerg 2015 gehen in Andalusien zum zweiten Mal gemeinsame Weltmeisterschaften im Snowboard und Ski-Freestyle in Szene. Der ÖSV ist durch insgesamt 34 Aktive vertreten, 19 von ihnen sind Snowboarder. Sie hatten vor zwei Jahren in der Heimat fünf Mal Edelmetall (1-2-2) erobert. Vier Medaillengewinner sind neuerlich dabei: Claudia Riegler als Titelverteidigerin (Parallel-Riesentorlauf), Julia Dujmovits, Gasser (jeweils Silber) und Karl. Nur Marion Kreiner hat ihre Karriere beendet.

Nach 27 Podestplätzen im Weltcup (13/7/7) sind die Erwartungen bei Aktiven und Coaches hochgesteckt. "Der bisherige Saisonverlauf mit einer Rekordanzahl an Podiumsplätzen hat gezeigt, dass unser Team in Spanien sowohl in den Parallelrennen als auch im Snowboard Cross und in den Freestyle-Bewerben berechtigte Chancen auf Edelmetall hat", erklärte Christian Galler, der sportliche Leiter für Snowboard im ÖSV. Eine WM habe zwar eigene Gesetze, betonte er, "aber wir reisen mit dem Ziel in die Sierra Nevada, in allen drei Sparten um die Medaillen mitzufahren".

Die Umsetzung dieses Ziels war zuletzt 2009 in Südkorea gelungen. Dort begann auch der Lauf von Benjamin Karl. Der Niederösterreicher hat seither bei allen sechs Großereignissen stets zumindest eine Medaille gewonnen. Sierra Nevada 2017 läuft bei dem 31-jährigen Wahl-Osttiroler unter dem Motto "Project 5". Derzeit sind Karl und der Kanadier Jasey Jay Anderson mit je vier Titeln die Rekord-Weltmeister. In Spanien will Karl am 14./15. März zum fünften Mal triumphieren.

Gasser ist in dieser Saison nicht nur im Weltcup aktiv. Wegen ihres Engagements bei der Europa-Ausgabe der X-Games in dieser Woche in Norwegen verzichtet die Kärntnerin auf den Slopestyle-Bewerb (Silber 2015) und tritt nur im Big Air an. "Wir dürfen dennoch auf eine Ausbeute von drei bis fünf Medaillen hoffen", so Galler.

Die Saison im Ski Cross verlief für die Österreicher bisher nicht ohne Probleme. Weltmeisterin Andrea Limbacher fiel wegen eines Kreuzbandrisses aus, im Weltcup gab es durch Christoph Wahrstötter (Zweiter in Innichen) und Katrin Ofner (Dritte in Idre) zwei Stockerlplätze. "Aber wie man bei Limbacher am Kreischberg gesehen hat, ist bei einer WM alles möglich", sagt Sabine Wittner, die sportliche Leiterin im ÖSV. Den Anfang machen bei der WM die Ski-Freestyler. Die Salzburgerin Melanie Meilinger tritt am Mittwoch in der Buckelpiste an. Im Ski-Slopestyle hat die erst 16-jährige Tirolerin Lara Wolf als Fünfte die beste Weltcup-Placierung in dieser Saison erreicht, die Herren um den WM-Vierten Viktor Moosmann und Luca Tribondeau (WM-Siebenter 2015) kamen daran nicht heran.

Snowboard- und Freestyle-WM:

Mittwoch, 8. März:

Ski-Freestyle, Buckelpiste Finale, 14 Uhr

Donnerstag, 9. März:

Snowboard, Slopestyle Qualifikation

9.20 Uhr Herren, 12.35 Uhr Damen

Ski-Freestyle, Doppel-Buckelpiste

Finale, 12.00 Uhr

Springen Qualifikation, 16.15 Uhr