Ted Ligety wagt sich wieder rennmäßig auf die Skier. - © Marco Trovati/ap
Ted Ligety wagt sich wieder rennmäßig auf die Skier. - © Marco Trovati/ap

Sölden. Der große Triumphator der vergangenen drei Riesentorlauf-Saisonen fehlt, dafür feiert sein Vorgänger als bester Mann in dieser Disziplin seine Rückkehr: Ted Ligety, der die kleine Kugel 2014, 2013, 2011, 2010 und 2008, Olympia-Gold sowie drei WM-Titel in der alpinen Kerndisziplin geholt hat, steht nach einer im Jänner vorgenommenen Bandscheibenoperation beim Weltcup-Auftakt in Sölden am Sonntag (10 Uhr/13 Uhr) wieder rennmäßig auf Skiern. Ziele nennt der US-Star freilich keine, er sei in erster Linie froh, wieder fahren zu können. Für die Gesamtsaison sieht er den in Sölden noch abwesenden Marcel Hirscher ebenso wie der Großteil der Branche als Favoriten. "Ich habe Marcel auf einem High Level gesehen, ich habe Alexis (Pinturault, Anm.) auf einem High Level gesehen", sagt Ligety.

Auch Pinturault glaubt, dass das Verpassen von "ein, zwei Rennen" für Hirscher, der sich noch von seinem Knöchelbruch erholt, "kein Problem" sei - er selbst wolle aber auch ein Wort um die große Kristallkugel mitreden. "Ich hoffe, es wird ein guter Kampf. Einige gute Kontrahenten sind hier, einige daheim. Wie Marcel. Es sieht aber so aus, dass er bald wieder zurückkommt. Das sind gute Nachrichten."

Bei den Damen fehlt Anna Veith ebenso wie Hirscher, dennoch steht auch dieses Rennen am Samstag im Zeichen prominenter Rückkehrerinnen. Einen Tag nach Lindsey Vonn hat sich auch Lara Gut überraschend zu einem Antreten entschieden. "Jeden Tag nutzte ich, um mich für den Winter vorzubereiten. Seit September verlief alles nach Plan, und darum habe ich mich entschieden, morgen zu starten", sagte die Schweizerin in einer Aussendung von Swiss Ski. Gut habe sich nach dem Training am Freitag auf der Diavolezza entschieden, ihr Comeback bereits auf dem Rettenbachferner zu geben. "Seit meiner Verletzung war mein primäres Ziel, stark zurückzukommen und mich nicht unter Druck zu setzen. Deshalb habe ich nie über Sölden gesprochen." Nach dem vergangenen Februar während der WM in St. Moritz zugezogenen Kreuzbandriss und der Meniskusverletzung nahm die 26-jährige Tessinerin vor zwei Monaten das Schneetraining wieder auf. "Klar, die Vorbereitungen waren anders als sonst. Normalerweise haben wir uns einen Monat vor Sölden vorbereitet. Für mich ist es wichtig, am Start zu stehen, um zu sehen, wie ich und mein Knie auf das Rennen reagieren. Diese Erfahrung wird mir während des ganzen Winters helfen", meinte Gut.

Die Schweizerin konnte wegen ihrer Verletzung nicht mehr im Kampf um den Gesamtweltcup, den sie im Jahr davor geholt hatte, mitmischen - der Titel ging daraufhin an Mikaela Shiffrin. Die US-Amerikanerin war auch die erste Siegerin der Saison, noch bevor diese begonnen hatte: Am Freitag durfte sie erstmals den Preis "Skieur d’Or" entgegennehmen. Die US-Amerikanerin entschied die von den Mitgliedern der Internationalen Ski-Journalisten-Vereinigung durchgeführte Wahl für sich und löst Marcel Hirscher ab, der 2012, 2015 und 2016 gewonnen hat. Der Preis wird seit 1963 verliehen und nach Weltcup-Gründer Serge Lang auch "Serge Lang Trophy" genannt. Überreicht wurde er am Freitag im Rahmen des Forum Alpinum in Sölden von AIJS-Präsident Gernot Mussner. "Ich schätze es sehr, wie gut ihr mich alle behandelt", erklärte Shiffrin.

Die 22-Jährige hat in den vergangenen beiden Jahren in Sölden jeweils den zweiten Platz belegt, sich davor mit Veith den Sieg geteilt und geht als eine der Mitfavoritinnen ins Rennen. Auch ihre Landsfrau Vonn hat hier 2011 schon gewonnen. Wie bei Ligety wird es bei ihr aber ebenso nur um ein erstes Abtasten gehen. Dass sie hier an den Start geht, sei für sie selbst "ein bisschen überraschend" gewesen.