Wien. Der Schritt war seit längerem angekündigt. Nun wird es am Samstag mit dem Rücktritt ernst: Die ÖSV-Skirennläuferin Michaela Kirchgasser schwingt im Weltcup ab und gibt beim Slalom in Ofterschwang (9.30/12.30 Uhr) - der Riesentorlauf steigt am Freitag (11/14 Uhr/beide ORFeins) - ihre Abschiedsvorstellung. Die Salzburgerin sagt also damit acht Tage vor ihrem 33. Geburtstag im Allgäu adieu, wobei es an Emotionen gewiss nicht mangeln wird. "Es wird mein letztes Weltcup-Wochenende sein. Da schwirren schon einige Gefühle im Kopf umher", sagte sie.

Seit Dezember 2001 ist Michaela Kirchgasser schon im Weltcup mit dabei. Mit 283 Weltcup-Starts, drei Siegen, 17 Stockerlplätzen sowie sieben WM-Medaillen ist die Slalom-Juniorenweltmeisterin von 2003 eine der verdienstreichsten Läuferinnen im Damen-Team. Bereits als Dreijährige hat Kirchgasser mit dem Skifahren begonnen, mit fünf wurde sie Kindergartenmeisterin und stellte ihr außergewöhnliches Talent unter Beweis. Als 16-jährige Landeskader-Fahrerin holte die Filzmooserin 2001 in Sestriere mit Startnummer 77 ihre ersten Punkte. "Es kommt eine neue Zeit, die letzten 17 Jahre waren eine unglaubliche Lebenserfahrung", sagte die Technikspezialistin rückblickend. Besonders in Erinnerung bleiben ihr die drei Weltcupsiege in der Sierra Nevada 2007 (Riesentorlauf), Kranjska Gora 2012 und Schladming 2012 (jeweils Slalom) sowie die Silbermedaille im Slalom bei der Heim-WM 2013 in Schladming. "Ich bin sehr stolz darauf, wie meine Karriere verlaufen ist", fügte sie hinzu. "Sie war bei Gott nicht einfach mit den vielen Verletzungen speziell in den letzten acht Jahren. Ich habe viel kämpfen müssen."

Ein fataler Sturz

Seit längerem plagt sie sich bereits mit gravierenden Knieproblemen, die auf einen Sturz 2009 in Tarvis zurückgehen. Trainings waren da nur noch eingeschränkt möglich. Im Frühjahr 2017 unterzog sich Kirchgasser - auch mit Blick auf Olympia in Pyeongchang - erneut Operationen in beiden Knien. Genutzt hat es nichts. Der Antritt in Südkorea blieb ihr verwehrt, was folgte, war ein irritierendes Facebook-Posting, das zunächst auf ein sofortiges Karriereende hindeutete. Kirchgasser, die auch in diesem Winter aufgrund einer Verletzung pausieren musste, stellte aber klar, sich noch gebührend aus dem Weltcup verabschieden zu wollen. Am Samstag, bei ihrem 284. und damit letzten Weltcuprennen in Ofterschwang, ist es soweit. Den Abschied beim Finale in Aare zu geben, dafür haben die Leistungen einfach nicht gereicht. 2017/18 hat Kirchgasser in fünf Antritten nur einmal angeschrieben. In Levi wurde sie Elfte, in weiteren vier Rennen fiel sie aus. Mit Gram zurückblicken will Kirchgasser jedoch nicht. "Ich bin froh, am Start zu stehen und zu wissen: Es ist das letzte Mal, dass ich runter fahre", sagte sie. "Darauf freue ich mich. Auch wenn es vielleicht komisch sein wird."