• vom 14.03.2018, 17:44 Uhr

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  • Österreichischer Doppelsieg in der Abfahrt - Kristall für Beat Feuz und Sofia Goggia.

Vincent Kriechmayr, Matthias Mayer, Beat Feuz (v. l.). - © Marco Trovati/ap

Vincent Kriechmayr, Matthias Mayer, Beat Feuz (v. l.). © Marco Trovati/ap



Aare. (art) Manchmal ist es auch im Sport nicht anders als bei Wahlen: Nachher wollen sich alle als Sieger fühlen. Beim Ski-Weltcup-Finale in Aare war es nach den Abfahrten am Mittwoch jedenfalls so. Sofia Goggia gewann nach Olympia-Gold erstmals auch Kristall, das sie Rekordsiegerin Lindsey Vonn mit ihrem zweiten Platz wegschnappte, die US-Amerikanerin durfte sich immerhin mit ihrem 82. Weltcupsieg trösten, mit dem sie dem in der Ewigen-Bestenliste führenden Ingemark Stenmark einen weiteren Schritt näherrückte. Bei den Herren gab es im allerletzten Saison-Rennen in dieser Disziplin den ersten Sieg für Österreichs Abfahrer - und das gleich in doppelter Ausfertigung. Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr kamen zeitgleich ins Ziel und verdrängten Beat Feuz auf Platz drei. Doch auch der Schweizer ist einer der großen Gewinner: Er holte sich Abfahrtskristall vor dem Norweger Aksel Lund Svindal. Am Donnerstag folgen die Super-G-Rennen bei Damen (10.30 Uhr) und Herren (12 Uhr).

Während die kleine Kugel für Kjetil Jansrud schon fix ist, ist die Entscheidung zwischen Tina Weirather und Lara Gut noch ausständig. Die Liechtensteinerin Weirather geht mit einem 46-Zähler-Vorsprung auf die Schweizerin ins Rennen. Anna Veith durfte zwar mit ihrer Comeback-Saison äußerst zufrieden sein, als Dritte kann sie aber nicht mehr in die Entscheidung eingreifen.


Geteilte Freude, doppelte Freude
Jene bei den Abfahrerinnen war indessen spannend wie selten zuvor. Goggia (kleines Bild, links) und Vonn lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe, bis zur letzten Fahrerin hatte Vonn gehofft, dass sich noch jemand zwischen sie schiebt - dann nämlich wäre dem US-Star Kristall sicher gewesen. So aber wurde Goggia zur ersten italienischen Abfahrts-Weltcupsiegerin seit Isolde Kostner 2002. "Nach Südkorea habe ich mir gesagt, okay, ich habe Gold, aber jetzt muss ich noch die Kugel holen", erzählte Goggia, die gestand: "Ich war wirklich richtig nervös, habe noch nie so gelitten wie dieses Mal und gezittert, dass dieses Rennen endlich vorbei ist und das Ergebnis offiziell ist." Drei Punkte waren es letztlich, die den Unterschied ausmachten.

Bei den Herren war der Vorsprung von Feuz auf Svindal, der Tagesvierter wurde, deutlicher. Der Schweizer war schon mit einem 60-Punkte-Polster auf den Norweger ins Rennen gegangen und verteidigte diesen mit seinem dritten Platz. "Der Wunsch nach dem Kristall war immer groß. Ich habe nach meiner Knieverletzung gesagt, bei mir geht sich das nicht mehr aus, die ganze Saison mitzufahren. Da habe mich getäuscht, es geht noch. Das bedeutet mir also extrem viel", meinte Feuz.

Auch bei den Österreichern war die Freude groß - zumal sie geteilt werden konnte. Für den Oberösterreicher Kriechmayr war es der erste Abfahrtsieg seiner Karriere, für den Kärntner Mayer der dritte, der erste seit 2015. "Das freut mich mehr, als wenn ich alleine gewonnen hätte", sagte Kriechmayr. "Als Matthias im Ziel war, habe ich das grüne Licht gesehen und gedacht, ich bin Zweiter. Aber dann habe ich gesehen, dass wir die selbe Zeit haben. Ich bin sehr stolz drauf, auch Erster zu sein." Ähnlich sah es Mayer: "Am Start habe ich gehört, dass Vincent führt, das hat mich gefreut. Ich habe versucht, so schnell wie er zu sein. Und ja, ich war es."

Im Super G am Donnerstag können die Österreicher erneut zuschlagen.




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Dokument erstellt am 2018-03-14 17:47:49



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