• vom 16.03.2018, 12:45 Uhr

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Update: 16.03.2018, 17:14 Uhr

Missbrauch

Werdenigg-Buch über Missbrauchsaffäre




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Von WZ Online, APA

  • Die ehemalige alpine Rennläuferin präsentiert ihr Buch "Ski Macht Spiele".

Die frühere ÖSV-Weltcupläuferin Nicola Werdenigg am Donnerstag, 15. März 2018, anlässlich ihrer Buchpräsentation "Ski Macht Spiele" in Wien.  - © APAweb / Georg Hochmuth

Die frühere ÖSV-Weltcupläuferin Nicola Werdenigg am Donnerstag, 15. März 2018, anlässlich ihrer Buchpräsentation "Ski Macht Spiele" in Wien.  © APAweb / Georg Hochmuth

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Wien. Mit ihrem Bericht über sexuelle Übergriffe im heimischen Skisport hat Nicola Werdenigg Ende vergangenen Jahres eine intensive Debatte angestoßen. Am Donnerstag präsentierte die ehemalige alpine Rennläuferin ihr Buch "Ski Macht Spiele", das auf die Abgründe des Skisports fokussiert: "Verflechtungen mit Politik und Medien, Machtmissbrauch, Erniedrigung, Übergriffe und sexualisierte Gewalt."

"Ich habe eine Lawine losgetreten"

"Ich habe nicht erwartet, dass ein dermaßen großer Wirbel losgeht", meinte Werdenigg am Donnerstagabend anlässlich der Präsentation des von ihr als Essay bezeichneten Werks im Presseclub Concordia in Wien. Vor allem die abwehrenden Reaktionen seien dafür verantwortlich: "Ich habe dem System einen Schneeball ins Genick geschossen, und das System ist so erschrocken, dass es eine Lawine losgetreten hat."

Auf 64 Seiten zeigt die Inhaberin einer Kommunikationsagentur die Abgründe und Zwielichtigkeiten des Systems "Ski in Österreich" auf - mit dem Ziel, sich der Geschichte zu stellen, die dunklen Seiten zu sehen und aufzuklären. "Ich wollte die Essenz von all dem zusammenschreiben. Es kommen eh laufend viele Fragen auf mich zu. Es ist ein kleiner Band, der die Hintergründe beleuchten soll."

Dass der ÖSV im Zuge der Affäre etwa einen Expertenbeirat eingesetzt hat, findet Werdenigg zwar erfreulich, sie hat aber ihre Zweifel. "Ich bin sicher kein Feind des ÖSV. Dass Präsident Peter Schröcksnadel etwas tut, finde ich sehr positiv. Aber er hat typisch für einen Verband mit patriarchalen Strukturen reagiert. Er will sein Umfeld beschützen. Das muss man ihm zugutehalten", meinte Werdenigg.

"Kommissionen müssen von außen kommen"

Hilfreich sei das in der Sache aber nur zum Teil. "Das Problem dabei ist, dass er in dem Ganzen das Missbrauchsopfer nicht sieht. Betroffene wollen sich nicht bei einer Kommission melden, die mit dem Verband zu tun hat. Die fürchten sich vor dem. Solche Kommissionen müssen von außen kommen." Dass der Weg aber noch ein weiter ist, weiß auch Werdenigg. "Die Grundlagen von Sportsystemen wird man nicht von heute auf morgen aufbrechen können.

Das Buch ist freilich nicht die einzige "handfeste" Errungenschaft der Causa. Werdenigg hat eine Plattform für Opfer sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch im Sport ins Leben gerufen. Der Verein #WeTogether (wetogether.eu) will Anlaufstelle für Betroffene sein, aber auch Impulse im Bereich der Vorbeugung und Forschung setzen. Werdenigg: "Wir wollen in Österreich starten und letztlich eine ganz starke internationale Vernetzung schaffen."


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Die ehemalige Skirennläuferin Nicola Werdenigg hat am Donnerstagabend das Buch "Ski Macht Spiele" präsentiert. Darin zeigt die Tirolerin anhand ihrer eigenen Erlebnisse die Machtverhältnisse im Skisport, aber auch sexuelle Gewalt im Skiverband auf.

Die ehemalige Skirennläuferin Nicola Werdenigg hat am Donnerstagabend das Buch "Ski Macht Spiele" präsentiert. Darin zeigt die Tirolerin anhand ihrer eigenen Erlebnisse die Machtverhältnisse im Skisport, aber auch sexuelle Gewalt im Skiverband auf.



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Missbrauch, Nicola Werdenigg

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-16 12:46:13
Letzte Änderung am 2018-03-16 17:14:44



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