• vom 21.03.2018, 17:03 Uhr

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Rückkehr nach Sibirien




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  • Österreichs Biathleten sind in Tjumen trotz Boykott-Aufrufen dabei.

Martin Fourcade holte sich schon einmal in Sibirien die große Kugel - 2015 in Chanty-Mansijisk.

Martin Fourcade holte sich schon einmal in Sibirien die große Kugel - 2015 in Chanty-Mansijisk. Martin Fourcade holte sich schon einmal in Sibirien die große Kugel - 2015 in Chanty-Mansijisk.

Tjumen. (rel) Man nennt sie "Perle Sibiriens", gleichzeitig gilt sie auch als Öl-Hauptstadt Russlands. Wirklich bekannt ist die 600.000-Einwohner-Metropole an der Tura, 1725 Kilometer östlich von Moskau gelegen, in Europa oder auch Amerika dennoch nicht. Mit Ausnahme der eingefleischten Biathlon-Fans, die doch regelmäßig den Weg ins hiesige nagelneue Biathlonstadion, das etwa 45 Minuten von der Stadt entfernt in der flachen Taiga liegt, finden. Obwohl: Wirklich viel Anlass, die doch lange Anreise über den Ural anzutreten, hatten die Anhänger anderer Nationen zuletzt nicht. So musste Tjumen aufgrund des russischen Doping-Skandals erst im Vorjahr auf die Ausrichtung des Weltcups verzichten und die Vergabe der Bewerbe ins finnische Kontiolahti zur Kenntnis nehmen. Auch die Weltmeisterschaften, die 2021 für Sibirien geplant waren, wurden Russland durch den Internationalen Biathlonverband IBU wieder entzogen.

Dass die IBU nun von dem Boykott nichts mehr wissen will und die Austragung des Weltcup-Finales - mit Sprint, Verfolgung und Massenstart - von Donnerstag bis Sonntag in Tjumen nun doch befürwortet hat, stößt einigen Nationen sauer auf. Sie glänzen daher aus Protest ab Donnerstag in Sibirien mit Abwesenheit. So blieben die Biathleten aus den USA ebenso daheim wie die Sportkollegen aus Tschechien, Kanada und der Ukraine. Und auch der schwedische Staffel-Olympiasieger Sebastian Samuelsson beendet die Saison freiwillig früher.


Fourcade vor Gesamtsieg
Was den Weltcup betrifft, so wird Tjumen auch ungeachtet der Absagen klare Entscheidungen bringen. Der Franzose Martin Fourcade, der seine siebente Trophäe in Folge holen möchte, und die Slowakin Anastasiya Kuzmina starten als klare Favoriten in die letzten drei Rennen. Fourcade stand bei allen seinen bisher 18 Saisonstarts auf dem Stockerl, hat insgesamt sieben Siege gefeiert und 49 Punkte Vorsprung auf den neunfachen Champion Johannes Thingnes Bö aus Norwegen, dem zudem noch ein Streichresultat (aktuell 28 Punkte) aus der Wertung fällt. Im Biathlon gibt es 60 Punkte für den ersten Platz. Einen Vorteil auf den Gewinn ihrer ersten Gesamtwertung hat auch Kuzmina gegenüber der zweifachen Gesamtsiegerin Kaisa Mäkäräinen (Finnland). Die Massenstart-Olympiasiegerin von Pyeongchang hat 41 Punkte Vorsprung, auch muss ihre Rivalin noch ein Ergebnis (derzeit 19 Punkte) streichen.

Bei den Österreichern die wohl besten Chancen auf einen Top-Platz in Sprint (Donnerstag), Verfolgung (Samstag) und Massenstart (Sonntag) haben Julian Eberhard und Simon Eder. Auch Dominik Landertinger, bei dem sich allerdings nach einer Rückenoperation und einem späteren Einstieg die Strapazen bemerkbar machen, hofft auf einen starken Abschluss. "Vielleicht geht sich ja noch ein Stockerlplatz aus, das ist auf alle Fälle das große Ziel", erklärte der Olympia-Dritte über 20 Kilometer. Eine Absage des ÖSV-Teams für Tjumen stand nicht zur Diskussion. Man bestrafe damit "nur die Falschen", meinte Biathlon-Direktor Markus Gandler.




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Dokument erstellt am 2018-03-21 17:08:52



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