Planica. Der bereits als Weltcupsieger feststehende polnische Skispringer Kamil Stoch hat am Freitag beim Skifliegen in Planica seinen insgesamt achten Saisonerfolg gefeiert. Nach Weiten von 245 und 234 Metern hatte Stoch 3,7 Punkte Vorsprung auf den Norweger Johann Andre Forfang. Stefan Kraft wurde als bester Österreicher nach dem vierten Rang zur Halbzeit Dritter, mit 238 und 234,5 Metern (12,9 Punkte zurück) erreichte er damit seinen siebenten Saison-Stockerlplatz.

Keinen Durchbruch erzielten die übrigen ÖSV-Adler. Daniel Huber landete an der 26. Stelle, Gregor Schlierenzauer kam über den 28. Rang nicht hinaus. Der Tiroler, der am Donnerstag in der Qualifikation mit einem Satz auf 253,5 Meter Krafts Weltrekordweite egalisiert, dabei aber in den Schnee gegriffen hatte, kam diesmal nicht über 210,5 und 194 Meter sowie Platz 19 hinaus. Manuel Fettner wiederum hatte das Finale verpasst.

Dass es am Ende fürs Stockerl reichen würde, davon hatte sich Kraft bereits in der Pause überzeugt gezeigt. "Es war ein echter cooler erster Durchgang, ich mag es, wenn ich einen ordentlichen Rückenwind habe", erklärte er im ORF. "Ich weiß, was ich zu tun habe." Diese Vorgabe wusste er tatsächlich umzusetzen. Im Gesamtweltcup liegt der Österreicher auf dem fünften Rang, unter den Top-30 sind Michael Hayböck (23.) und Fettner (27.).

Freuen durften sich in Planica aber nicht nur die Österreicher, sondern auch die Deutschen. Richard Freitag hat hier zwar das Stockerl klar verpasst, dafür den zweiten Platz im Gesamtweltcup perfekt gemacht. Im vorletzten Einzelwettkampf der Saison kam der WM-Dritte aus Aue auf Platz sechs und kann damit nicht mehr vom Norweger Daniel Andre Tande verdrängt werden.

Am Samstag (10 Uhr/ORFeins) geht es mit einem Team-Springen weiter. Die letzte Chance der Österreicher auf den ersten und einzigen Saisonsieg gibt es dann am Sonntag (10 Uhr/ORFeins). Bisher hat der ÖSV nur zweimal in der Geschichte des Weltcups eine Saison ohne einen Einzel-Sieg beendet: 1988/89 hatte es vier Stockerlplätze (dreimal Zweiter, einmal Dritter), 2000/01 deren acht (je viermal Zweiter und Dritter) gegeben. Die Truppe von Cheftrainer Heinz Kuttin steht derzeit mit acht Podestplätzen da (fünf dritte und zwei zweite Plätze).