• vom 16.05.2018, 17:52 Uhr

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"Nur Vorteile"




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  • Saalbach kämpft gegen Courchevel um die WM-Austragung 2023.



Costa Navarino. (art) Kurze Wege, ein gemeinsames Zielstadion für alle Rennen, Unterkünfte, Liftstationen, Sportstätten und andere infrastrukturelle Einrichtungen in einem Umkreis von 800 Meter: "In Saalbach ist alles da, was man braucht", sagt Peter Schröcksnadel, Präsident des österreichischen Skiverbandes. In den vergangenen Tagen und Monaten hat dieser nichts unversucht gelassen, um für Saalbach als Austragungsort der alpinen WM 2023 zu werben, man hatte bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang lobbyiert und für die Präsentation beim FIS-Kongress in Costa Navarino sogar Käse aus Salzburg auf die Reise nach Griechenland geschickt. Am Donnerstag ist es schließlich soweit, der Council des internationalen Skiverbandes fällt die Entscheidung, ob die WM 2023 zehn Jahre nach Schladming wieder beziehungsweise zum zehnten Mal überhaupt in Österreich stattfindet. Einziger Gegenkandidat ist Courchevel-Méribel. Sollte Saalbach in dem Rennen unterliegen, ist eine neuerliche Bewerbung für 2025 sehr wahrscheinlich.

Bartl Gensbichler, Präsident des Salzburger Landesskiverbandes sowie des örtlichen Skiklubs, geht von einer "knappen Entscheidung" aus, zeigte sich im Vorfeld der Vergabe aber zuversichtlich. "Wir werden sehen, wie der FIS-Council entscheidet. Wir können uns auf alle Fälle nicht vorwerfen lassen, irgendetwas übersehen zu haben. Wir sind perfekt vorbereitet, wissen aber, dass wir mit Courchevel-Méribel einen starken Mitbewerber haben." Für die Franzosen spricht vor allem der Umstand, dass die bisher letzte Alpin-WM in ihrem Land schon länger zurückliegt. 2009 kam Val d’Isère zum Zug, Österreich war 2013 mit Schladming an der Reihe.


Diese Titelkämpfe haben zwar mit der Goldmedaille von Marcel Hirscher einen emotionalen Höhepunkt für heimische Skifans, den Veranstaltern aber auch viel Kritik eingebracht. 190 Millionen Euro hatte die öffentliche Hand für Infrastrukturausgaben beigesteuert - laut Rechnungshof verlief die Finanzierung aber alles andere als schlüssig und transparent.

Solche Fehler wollen die Pinzgauer bei einer etwaigen zweiten WM-Austragung nach 1991 - damals ging der Stern von Stephan Eberharter und Petra Kronberger auf - tunlichst vermeiden, die Finanzierung ist gesichert. Insgesamt 50 Millionen Euro beträgt das Budget; zehn Millionen sollen von der Gemeinde, der Rest von Land Salzburg und Bund kommen. Der Großteil der Infrastruktur ist allerdings in der Tourismusregion ohnehin schon vorhanden, zudem will man mit Gastfreundschaft, der einfachen Erreichbarkeit aller Strecken sowie der Erfahrung in der Ausrichtung von Großereignissen punkten. Abgesehen von der Tatsache, dass Frankreich schon länger auf ein alpines Großereignis warte, habe die Saalbacher Bewerbung "sicher nur Vorteile", sagte Schröcksnadel bei der Präsentation in Pyeongchang.

Reichelt blitzte ab
Dabei war es lange nicht so sicher, ob sich Saalbach überhaupt als österreichischer Bewerber durchsetzen würde: Mit St. Anton, WM-Ausrichter von 2001, hatte man einen starken internen Rivalen, ein politisches Hickhack war die Folge. Nun ziehen aber alle Beteiligten an einem Strang - und hoffen, am Donnerstag mehr Erfolg zu haben als der Salzburger Hannes Reichelt, der als Athletensprecher am Mittwoch mit mehreren Anträgen abgeblitzt war. Das wichtigste Anliegen von Reichelt war, dass die seit der Saison 2016/17 geltende Speed-Startreihenfolge wieder geändert werden soll. Die Top Ten der Weltrangliste dürfen laut aktuellem Reglement ungerade Nummern von 1 und 19 wählen, womit die Besten der Welt in einem lange auseinandergezogenen Startfeld zu finden sind. Die Athleten forderten, dass die Läufer von 1 bis 30 jede einzelne Nummer von 1 und 30 aussuchen dürfen, das soll vor allem mehr Chancengleichheit schaffen. Mit der Argumentation, dass man eine Startnummernregelung zumindest vier Jahre behalten wolle, kam dieser Antrag nicht zur Abstimmung. Auch nicht wie unter anderem jener nach einem höheren Preisgeld oder die Forderung nach einem ausgeglichenem Weltcup-Kalender mit einem gleichen Anteil an Speed- und Technikbewerben.

Auch mit einem offiziellen Antreten von Lindsey Vonn in einem Herren-Weltcup-Rennen wird es bis auf Weiteres nichts: Die 82-fache Weltcupsiegerin, die jahrelang werbewirksam um dieses Recht gekämpft hatte, wolle sich vorerst auf die Jagd nach Ingemar Stenmarks Rekord von 86 Siegen konzentrieren, verlautete US-Alpinchef Jesse Hunt.




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Dokument erstellt am 2018-05-16 18:03:50




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