Valencia. (sir) Da war er wieder, Juan Mata, bestimmt einer der besten Spieler, die je bei Valencia gespielt haben. Doch er kam nur auf Besuch mit seinem neuen Klub, dem FC Chelsea, der fast 30 Millionen Euro für den spanischen Weltmeister in diesem Sommer nach Valencia überwiesen hat.
Es war ein bitterer Transfer für Valencia, doch es war eben auch ein bitter benötigtes Geld für den spanischen Klub, der einst Barcelona und Real hinter sich gelassen hatte, zweimal das Finale in der Champions League erreichte und den Uefa-Cup gewann. Doch Valencia sitzt auf einem immensen Schuldenberg, der nur langsam kleiner wird. Und es ist nach wie vor nicht ausgeschlossen, dass Valencia die Sanierung nicht schafft.
Vor dem Unheil, da war der Erfolg. Anfang bis Mitte der 2000er Jahre zählte Valencia zu den besten Teams Europas. Doch Spieler wie Claudio López oder Gaizka Mendieta gingen, die Ansprüche der Fans blieben.
Schon damals hatte der Klub Schulden - und einen Chef mit schlechten Ideen. Als der Erfolg ausblieb, tauschte Präsident Juan Soler einen Coach nach dem anderen, kaufte überteuerte Spieler, die die jeweiligen Trainer nicht wollten und plante ein neues Stadion.
Letztere Idee klang ja nicht schlecht, denn das Mestalla zerfällt bereits. Valencia wollte den Grund verkaufen, um auf einem von der Stadt geschenkten Gelände eine neue 75.000 Zuschauer fassende Arena zu errichten. Die Bauarbeiten des neuen Stadions hatten bereits begonnen, als 2007 in Spanien die Immobilienblase platzte. Für das alte Mestalla interessiert sich seither niemand mehr.
Seit zwei Jahren wird jedoch beim neuen Stadion nicht mehr gebaut, Valencia ist schlicht das Geld ausgegangen. Die Sparkassa Bancaja als größter Gläubiger des Klubs erwirkte einen Machtwechsel, seit 2009 ist Manuel Llorente Präsident von Valencia.
Der müht sich seither, den Verein zu entschulden, doch sein Vorgänger hatte innerhalb von vier Jahren die Verbindlichkeiten von 120 Millionen Euro auf mehr als 500 Millionen ansteigen lassen. Die jährlichen Einnahmen des Klubs betragen jedoch nur etwa ein Fünftel davon, zudem ist der Großteil der Kredite kurzfristig.
Also muss das Familiensilber verkauft werden. Nicht nur Mata ging, auch David Villa, David Silva, Joaquín, Carlos Marchena und Raúl Albiol wurden verkauft. Valencias Lebensversicherung heißt aber Unai Emery. Seit Sommer 2008 ist der nun 39-Jährige Trainer bei dem Krisenklub. Zweimal führte er Valencia auf Rang drei und damit in der einträgliche Champions League. Er ist der neue Trainerstar Spaniens und bereits als Nachfolger von Teamchef Vicente del Bosque im Gespräch.
Gegen Chelsea war Valencia auch das leicht bessere Team und holte ein verdientes 1:1, dank eines späten Elfertores von Roberto Soldado. Doch wenn man bedenkt, dass Chelsea in den vergangen drei Jahren 240 Millionen Euro in neue Spieler investierte und Valencia in diesem Zeitraum durch Verkäufe 137 Millionen einnahm, ist dieses Remis wie ein Sieg.
Champions League, 2. Runde
- Gruppe E: Valencia-Chelsea 1:1 Leverkusen-Racing Genk 2:0.
- Gruppe F: Arsenal-Olympiakos 2:1 Marseille-Dortmund 3:0.
- Gruppe G: St. Petersburg-Porto 3:1 Donezk-Apoel Nikosia 1:1
- Gruppe H: Borisow-Barcelona 0:5 AC Milan-Viktoria Pilsen 2:0