• vom 10.07.2018, 07:00 Uhr

Sport & Wirtschaft

Update: 10.07.2018, 14:43 Uhr

Sotschi

Auf Sumpf gebaut




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Dennoch waren Russlands Machthaber willens, Sotschi zu einer Metropole des Sports zu machen. Neben den zahlreichen Großereignissen bemühte man sich zuletzt, die Stadt dauerhaft auf der Weltbühne zu installieren. Seit 2014 finden in Sotschi jedes Jahr Formel-1-Rennen statt, Ende September gastieren die Rennautos das nächste Mal am Schwarzen Meer. Auch einen Fußballverein bekommt die Stadt nun. Der Zweitligist Dynamo St. Petersburg übersiedelt mit der kommenden Saison nach Sotschi. Die Aktion soll auch verhindern, dass das Fischt-Stadion, das immerhin 48.000 Zusehern Platz bietet, leer steht. In der Vorsaison besuchten durchschnittlich 700 Menschen die Spiele von Dynamo.

Hohe Politik
Neben Sportlern besuchten zuletzt auch immer öfter russische Wirtschaftstreibende den Badeort am Schwarzen Meer. "Aufgrund der Sanktionen dürfen sie ja zum Teil nicht mehr ins Ausland", sagt Tiguschkin. "Jetzt kommen sie nach Sotschi, um Urlaub zu machen und Geschäftstreffen abzuhalten." So hält beispielsweise die RZD, die russische Eisenbahn, neuerdings viele ihrer Vorstandssitzungen in Sotschi ab. Auch Wladimir Putin nutzt die entstandene Infrastruktur gerne: Im Oktober 2017 hielt er den Gipfel der GUS-Staaten am Schwarzen Meer ab. Im Mai dieses Jahres begrüßte er sowohl Angela Merkel als auch Bashar al-Assad in Sotschi. Die WM trug abermals dazu bei, dass Sotschi der Weltbühne präsentiert wurde. 115.000 ausländische Touristen kamen im Zuge des Turniers in den Badeort, 90 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. "Für uns war die Weltmeisterschaft ein voller Erfolg", sagt Kristofor Konstantinidi, der Tourismusminister der Region. "Wir hoffen, einige von ihnen werden uns wieder besuchen."

Die Infrastruktur für Sport und Tourismus hat Sotschi nun auf alle Fälle, neben Adler, das durch Sowjetcharme besticht, ist im olympischen Dorf Urlaub auf Höhe der Zeit möglich. Umweltschützer Rudomakha hingegen hält diese Nachhaltigkeit für die falsche: "Vielleicht rechnen sich all diese Bauten irgendwann ökonomisch", sagt er. "Aber der Schaden an der Umwelt ist getan."

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Sotschi, Russland

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-09 17:37:53
Letzte Änderung am 2018-07-10 14:43:53


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