• vom 21.03.2012, 21:47 Uhr

Sportpolitik

Update: 30.03.2012, 13:48 Uhr

Andreas Schwab

Ein Handy und viele Vorwürfe




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  • Dopingurteil gegen Christian Hoffmann unter Druck zustande gekommen?
  • Protokoll der Beratung über das Urteil gegen Ex-Langläufer aufgenommen.

Christian Hoffmann und Anwalt Hans-Moritz Pott bei einer Anhörung vor der Nada 2010.

Christian Hoffmann und Anwalt Hans-Moritz Pott bei einer Anhörung vor der Nada 2010.© APA/HELMUT FOHRINGER Christian Hoffmann und Anwalt Hans-Moritz Pott bei einer Anhörung vor der Nada 2010.© APA/HELMUT FOHRINGER

Wien. Ein absichtlich vergessenes Handy kann Christian Hoffmann und die nationale Anti-Doping-Agentur noch teuer zu stehen kommen. Wie die "Krone" in ihrer Donnerstagausgabe berichtet, sei es im Doping-Fall Hoffmann, der im Dezember des Vorjahres wegen seines Besuchs in der Blutplasmapharesestation Humanplasma sowie des Mitbesitzes einer Blutzentrifuge zu Dopingzwecken für sechs Jahre gesperrt worden war, zu einer "seltsamen Urteilsfindung" gekommen. Der Langlauf-Olympiasieger hatte die betreffende Sitzung mit seinem liegengelassenen Handy aufgenommen und der Zeitung sowie einigen Politikern zugespielt, um die Ratlosigkeit des Vorsitzenden Gernot Schaar sowie der weiteren Mitglieder der Kommission zu untermauern. Schon davor hatte Hoffmann angekündigt, das Urteil bekämpfen zu wollen.


Laut dem Bericht soll die Kommission unter "Druck von außen" zu dem Urteil gekommen sein. "Ich rechne mit eurer Konsequenz", wird Geschäftsführer Matthias Schwab zitiert. Im Gespräch mit der Austria Presse Agentur erklärte Schwab am Mittwochabend dazu, er sei während einer Unterbrechung in die Sitzung gekommen, weil er jemanden gesucht habe. Das Zitat sei aber aus dem Zusammenhang gerissen worden. "Ich habe gesagt, dass ich hoffe, dass das Verfahren gegen Hoffmann endlich zu einem Abschluss und die Rechtskommission zu einer Entscheidung kommt, weil sich Hoffmann und sein Anwalt mehrmals bei mir und auch in diversen Medien beschwert haben, dass das alles zu lange dauert. Ich habe also nur gemeint, dass die Rechtskommission den Fall zu einem Ende bringen soll."

Anzeige gegen Hoffmann
Schwab kennt das Tonprotokoll und hat "Schaar aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben. Außerdem werden wir dieses Thema bei unserer Beiratssitzung in der nächsten Woche am Dienstag besprechen", erklärte er, erinnerte aber an die Verdienste der Rechtskommission in den vergangenen dreieinhalb Jahren. "Sie hat einen absolut guten Ruf, nicht nur national, auch international." Vor allem international sei es nach dem Doping-Skandal bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin sehr wichtig gewesen, sich wieder "Ansehen zu erkämpfen", betonte er.

Daneben berichtete die "Krone" auch noch von einem "Rätsel: Warum sagt Dr. Norbert Bachl, der angeblich anwesend ist, stundenlang kein einziges Wort? War er vielleicht gar nicht dabei? Hoffmann-Anwalt Hans-Moritz Pott formuliert jedenfalls in seinem Einspruch gegen die sechsjährige Sperre: ,Es ist nicht richtig, dass die Rechtskommission mit fünf Personen diese Entscheidung getroffen hat.‘"

Schwab kündigte an, dass die Nada gegen Hoffmann "Anzeige erstatten" werde, weil die unerlaubte Tonaufnahme der Sitzung ein "strafrechtliches Delikt" darstelle. Das Strafmaß beträgt bis zu einem Jahr Haft. Sportminister Norbert Darabos, der die Schiedskommission bestellt, die den Einspruch von Hoffmann behandeln muss, kennt bisher weder das Tonprotokoll, noch die Stellungnahme des Anwalts von Hoffmann. "Wenn es aber so ist, wie die ,Krone’ berichtet, dann erwarte ich mir Konsequenzen", betonte Darabos. Am Donnerstag will die Nada in einer Pressekonferenz ausführlich zu der Causa Stellung nehmen.




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Dokument erstellt am 2012-03-21 21:53:06
Letzte Änderung am 2012-03-30 13:48:24


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