• vom 11.12.2012, 16:52 Uhr

Sportpolitik

Update: 11.12.2012, 16:58 Uhr

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Hochtrabend und wenigsagend




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  • Unzufriedene Fans, skeptische Funktionäre, drängende Politiker - Deutschlands Fußball in der Zwickmühle
  • Deutsche Klubs stimmen über Katalog zu mehr Stadionsicherheit ab.

Frankfurt. (art) Es war zuletzt verdächtig ruhig in den Stadien der deutschen Bundesliga. Zumindest während der Anfangsminuten der vergangenen drei Runden, während der die Fans unter dem Motto "Ohne Stimme keine Stimmung" zum Protest gegen die geplanten neuen Sicherheitsrichtlinien aufgerufen haben. Doch es war vermutlich nicht mehr als die Ruhe vor dem Sturm, der sich im deutschen Fußball zusammenbraute. Am Mittwoch sollen die 36 Vereine der ersten und zweiten Liga auf ihrer Vollversammlung über den Maßnahmenkatalog abstimmen. Befürchtet werden nicht nur Proteste der Fans, die sich vor dem Frankfurter Kongresshotel versammeln könnten, sondern auch Kontroversen unter den Mitgliedern. Denn längst nicht alle sind erfreut über das Konzept, das unter dem hochtrabenden, aber wenigsagenden Titel "Sicheres Stadionerlebnis" firmiert.

Fan-Ausschreitungen haben den Ruf nach einem Sicherheitspapier laut werden lassen. Doch viel Konkretes birgt es nicht.

Fan-Ausschreitungen haben den Ruf nach einem Sicherheitspapier laut werden lassen. Doch viel Konkretes birgt es nicht.© dapd Fan-Ausschreitungen haben den Ruf nach einem Sicherheitspapier laut werden lassen. Doch viel Konkretes birgt es nicht.© dapd

Doch die Vereine haben kaum eine andere Wahl, als dem Paket zuzustimmen. Denn die Politik hat den Druck zuletzt erhöht und droht mit finanziellen und gesetzlichen Konsequenzen - etwa der Auferlegung der Kosten für die Polizeieinsätze oder dem Verbot von Stehplätzen -, sollte man sich nicht freiwillig einem Selbstregulierungsplan unterwerfen. Die Innenminister verweisen auf die Zunahme der Ausschreitungen in und rund um die Fußballspiele in dieser Saison. Tatsächlich haben die registrierten Delikte in absoluten Zahlen zugenommen - in Relation zu den Zuschauerzahlen allerdings nicht.


Gräben vertieft
Trotzdem betont Uwe Schünemann, der niedersächsische CDU-Innenminister und ab Jänner Vorsitzender der deutschen Innenministerkonferenz: "Es ist absolut entscheidend, dass die Liga auf ihrer Versammlung ein klares Konzept beschließt und dass sich auch alle Vereine daran halten." Liga-Präsident Reinhard Rauball reagiert zurückhaltend: Zwar werde man versuchen, schnell zu einer Beschlusslage zu kommen - "aber wir lassen uns nicht von der Politik treiben", sagt er.

Klar ist allen Beteiligten: Randalierer sollen effizienter zur Rechenschaft gezogen werden - daher wurde der Rahmen für Stadionverbote etwa schon im Sommer auf zehn Jahre erhöht -, Pyrotechnik soll im Stadion keinen Platz haben und Gewalt schon im Vorfeld unterbunden werden. Uneins ist man sich jedoch, wie man diese Ziele erreichen will, zumal die Diskussion von der inhaltlichen auf die emotionale Ebene abgedriftet ist. Fanvertreter etwa befürchten die Totalüberwachung durch verstärkte Videoaufnahmen und Ganzkörperkontrollen vor den Eingängen. Diese seien zwar im Liga-Papier nicht vorgesehen, durch einen Zusatzpassus aber möglich. Zudem wurde die Option einer Begrenzung des Kartenkontingents für die Gästefans - derzeit 10 Prozent - für Risikospiele festgeschrieben.

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Dokument erstellt am 2012-12-11 16:50:05
Letzte Änderung am 2012-12-11 16:58:30


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