• vom 17.08.2018, 16:46 Uhr

Sportpolitik

Update: 17.08.2018, 18:46 Uhr

Fußball

Weniger Straftaten, aber neue Pläne




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Von Benjamin Schacherl

  • Die Zahl der Straftaten geht zurück. Die Pyro-Ausnahmeregelung könnte bald Geschichte sein.

So umfangreich wie bei Rapid gegen Slovan ist das Polizeiaufgebot selten.
Störer: Fans, die wegen gerichtlicher bzw. verwaltungsrechtlicher Tatbestände angezeigt wurden - © APA/E. WEBER

So umfangreich wie bei Rapid gegen Slovan ist das Polizeiaufgebot selten.
Störer: Fans, die wegen gerichtlicher bzw. verwaltungsrechtlicher Tatbestände angezeigt wurden
© APA/E. WEBER



Beim Europa League-Spiel am Donnerstag in Wien waren rund 1000 Polizisten im Einsatz.

Beim Europa League-Spiel am Donnerstag in Wien waren rund 1000 Polizisten im Einsatz.© apa/Punz Beim Europa League-Spiel am Donnerstag in Wien waren rund 1000 Polizisten im Einsatz.© apa/Punz

Wien. Eine U-Bahn-Sperre, nachdem hunderte Fans auf den Gleisen der U4 zu Fuß unterwegs waren, und die Plünderung eines Tankstellen-Supermarkts - die aus Bratislava zum Europa League-Spiel gegen Rapid angereisten Slovan-Fans hielten die rund 1000 Polizisten am Donnerstagabend in Atem. Aber auch die Politik: "Das Spiel hat wieder gezeigt, dass Fußball nicht nur ein Sport, sondern auch eine große Herausforderung für die Polizei ist", sagt etwa Karl Mahrer, ÖVP-Polizeisprecher im Parlament.

Dabei stellen die Begleiterscheinungen des Europa League-Spiels in Hütteldorf nicht den Regelfall dar. Mit einem Blick auf die Zahlen und Fakten rund um die Spiele der beiden ersten österreichischen Ligen lässt sich immerhin ein positives Bild erkennen. In der vergangenen Saison hat die Polizei 546 strafbare Handlungen rund um die Spiele der Bundesliga sowie der ehemaligen Ersten Liga registriert.

Damit setzt sich die allgemeine Tendenz der vergangenen Jahre fort, wonach die Zahl der Straftaten im Rahmen von Fußballspielen sinkt. Die Saison 2013/14 hat mit 789 Gesetzesübertretungen noch einen Höchststand markiert. In den Jahren dazwischen lag die Zahl zwischen 500 und 700 pro Jahr. Die Ausgaben für Sicherheitsmaßnahmen in der vorigen Saison beziffert das Innenministerium mit rund 3,5 Millionen Euro, davon 2,9 Millionen Euro alleine für Vorkehrungen in der Bundesliga. Dies geht aus der Beantwortung einer schriftlichen Anfrage seitens des SPÖ-Nationalratsabgeordneten Christian Kovacevic an Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hervor.

In der vergangenen Saison erfolgten demnach im Zusammenhang mit Bundesligaspielen insgesamt 23 Festnahmen (acht nach der Strafprozessordnung, 15 nach dem Verwaltungsstrafgesetz). Beinahe zwei Drittel der festgenommenen Stadionbesucher stammen aus Wien (65 Prozent), die restlichen Festnahmen trugen sich bei Vereinen aus Oberösterreich (22) und der Steiermark (13) zu. Insgesamt elf Festnahmen gab es in der Ersten Liga, wobei alle festgenommenen Anhänger den oberösterreichischen Vereinen zugeordnet wurden (Blau-Weiß Linz und SV Ried). Darüber hinaus hat die Polizei 136 gerichtlich strafbare Akte festgestellt: 42 waren Handlungen "gegen Leib und Leben", 45 gegen das Suchtmittelgesetz. 103 Verstöße gab es wegen des umstrittenen Paragraphs des Landfriedensbruchs.

Von den immerhin 527 (Bundesliga 422, Erste Liga 105) polizeilich als "Störer" bezeichneten Stadiongehern werden im Bericht Rapid 125 zugerechnet. Es folgen Sturm mit 78, Ried mit 69 und die Austria mit 62. Die Übrigen teilen sich auf die anderen Vereine auf.

Information

Kosten der sicherheitsrelevante Maßnahmen 2017/18

Bundesliga: 2.953.877
Erste Liga: 579.417

"Aufgeschlüsselt auf Vereine ist über die letzten fünf Jahre kein einzelner Klub besonders negativ aufgefallen. Vereine mit deutlich mehr Zuschauern haben naturgemäß auch mehr Anzeigen zu verbuchen - in gesamten Zahlen, aber nicht in Relation zur größeren Anzahl ihrer Fans", sagt Kovacevic. In der Kategorie "Gewalttäter Sport" werden 47 Personen angeführt. Nach Austria Lustenau mit 13 Fans folgen Blau-Weiß Linz mit 11, Austria Wien mit 6 sowie Rapid und der Lask mit jeweils 5. In der vergangenen Saison waren 80 Stadionverbote gültig.




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Dokument erstellt am 2018-08-17 16:56:37
Letzte Änderung am 2018-08-17 18:46:15


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