• vom 17.08.2018, 16:46 Uhr

Sportpolitik

Update: 17.08.2018, 18:46 Uhr

Fußball

Weniger Straftaten, aber neue Pläne




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Aus für Pyrotechnik-Regelung?

Besonders interessant ist die Auflistung der strafbaren Handlungen gegen das Pyrotechnikgesetz, einem permanenten Streitthema der vergangenen Jahre. 98 Vergehen dieser Art wurden festgestellt. Die meisten Anzeigen gab es in Wien (66) und Oberösterreich (29). "Bei genehmigten Einsätzen von Pyrotechnik gab es in den letzten fünf Jahren keinen einzigen Verletzten", sagt Kovacevic. Für eine Verschärfung des Gesetzes sieht Kovacevic deshalb keinerlei Anlass. Mahrer beurteilt die Sachlage anders. "Der Innenminister und ich sind uns einig, dass hier ein Problem besteht", sagt der ÖVP-Sprecher zur "Wiener Zeitung". "Pyrotechnik hat im Zusammenhang mit Fußballspielen absolut nichts verloren", befindet Mahrer. "Auch das legale Abbrennen von Pyrotechnik darf im Stadion keinen Platz haben. Es ist brandgefährlich."

Durch eine mühsam erstrittene Ausnahmeregelung können bengalische Feuer legal abgebrannt werden. Fans müssen die Fackeln im Vorfeld anmelden, dann kann die Pyrotechnik in festgelegten Bereichen im Fansektor entzündet werden. Schon im März war diese Regelung von Mahrer und dem Innenministerium unter Herbert Kickl ins Visier genommen worden. Damals hieß es aus dem Innenressort, dass Pyrotechnik "nur noch für besondere Anlässe" genehmigt werde. Der Aufschrei war groß, quer durch die Fanszenen des Landes und auch auf Vereinsebene. Die Erzrivalen Rapid und Austria wehrten sich gemeinsam gegen das Vorhaben - vorerst mit Erfolg. Nachdem sich die Debatte in den vergangenen Monaten beruhigt hat, ist in der nahen Zukunft wieder mit einem Aufflammen selbiger zu rechnen. "Der Stadionbesuch muss sicherer und familienfreundlicher werden", meint Mahrer. "Ich erwarte mir da eine noch konsequentere Herangehensweise." In den kommenden Monaten seien daher entsprechende Gespräche zu führen, um jeglichen Einsatz von Pyrotechnik aus den Stadien zu verbannen. "Natürlich im Zusammenspiel mit dem ÖFB, der Bundesliga und den Vereinen", sagt Mahrer. Aus dem Innenministerium war zu erfahren, dass die Pyrotechnik-Frage nicht kommentiert wird, weil dazu im September eine "groß angelegte Informationsveranstaltung geplant" sei.

Berittene Polizei vor Stadion

Laut Anfragebeantwortung bleibt also die Conclusio, dass es im Innenministerium aktuell keine Bestrebungen geben soll, die Sicherheitsrichtlinien bei Fußballspielen zu verändern. Die Bestimmungen zum Gebrauch von Pyrotechnik dürften davon allerdings nicht miteingeschlossen sein. Fest steht aber, dass die berittene Polizei in Zukunft auch bei Fußballspielen zum Einsatz kommen wird, wie das Innenministerium auf Anfrage bestätigt. Über die rückläufige Anzahl von Straftaten im Zusammenhang mit Fußballspielen sei man erfreut. Den Umstand, "dass Fußballspiele in Österreich im internationalen Vergleich relativ sicher sind" führt man auf "die konsequente Einsatzphilosophie der Polizei" zurück.


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Dokument erstellt am 2018-08-17 16:56:37
Letzte Änderung am 2018-08-17 18:46:15


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