• vom 05.09.2018, 17:15 Uhr

Sportpolitik


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Nationalstadion mit weniger Wiener Einfluss




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Von Christian Mayr

  • Sportminister Heinz-Christian Strache will neues Stadion mit Ganzjahresbetrieb und Betreibergesellschaft mit externen Experten.

Wien. Während die ÖFB-Auswahl für das Test-Länderspiel am Donnerstag gegen Schweden wegen des überschaubaren Zuschauerandrangs in der neuen Generali-Arena gastiert, werden im Hintergrund die Pläne für ein neues Nationalstadion vorangetrieben. Nach dem Regierungswechsel im Bund sowie der Umbildung der Wiener Stadtregierung kam das Projekt zuletzt etwas ins Stocken - für Irritationen sorgte zudem Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ), weil er behauptete, das Happel-Oval sei noch ein "taugliches Stadion" und ein Neubau käme nur in Frage, wenn Sportminister Heinz-Christian Strache (FPÖ) 200 Millionen Euro aufstelle.

Dieser erklärte nun am Mittwoch vor Journalisten, dass sein erstes Gespräch mit Hacker zum Thema Nationalstadion "sehr gut und positiv" verlaufen sei: "Wir werden uns jetzt in aller Ruhe mögliche Projektvorschläge anschauen."


Gleichzeitig bekräftigte der Vizekanzler, dass er sich private Investoren für das Großprojekt wünsche - und dann auch eine Entkoppelung von der städtischen Verwaltungsstruktur. "Es soll dann eine Gesellschaft geben, die drauf schaut, dass das Nationalstadion gut gemanagt wird und man eine Ganzjahresnutzung sicherstellt", so Strache. Zwar könne das Stadion per se weiterhin in Besitz der Stadt Wien bleiben, aber der Betrieb sollte über eine ausgelagerte Gesellschaft laufen - "mit unabhängigen Experten". Gleichzeitig soll beim Neubauvorhaben das Umfeld großräumig mitgeplant werden, auch, um eine Finanzierbarkeit zu ermöglichen. "Von einer Sportschule bis zu einem Pflegeheim ist alles möglich", so Strache, der sich im Stadion abseits der Länderspiele viele Veranstaltungen, Konzerte sowie ein Sportmuseum wünscht.

Damit würde der Standort Prater und ein (ohnedies umstrittener) Abriss des teilweise denkmalgeschützten Ernst-Happel-Stadions unwahrscheinlich; Strache selbst hatte zuletzt eine Mehrzwecksporthalle in Aspern vorgeschlagen; auch die Wiener SPÖ unter Bürgermeister Michael Ludwig wälzt diese Pläne wieder, nachdem sein Vorgänger selbige schon im vorigen Jahrzehnt begraben hatte.

Diplomatisch äußerte sich Strache indes zu den Austria-Fanprotesten gegen das Gastspiel des Teams in der Generali-Arena, nachdem zuvor schon Rapid-Anhänger das Allianz-Stadion zur Tabuzone für Teamkicker erklärt hatten: "Da mische ich mich nicht ein. Es zeigt nur, das Nationalstadion wird umso wichtiger."

"Ausnahmen bei Pyrotechnik"
Beim Dauerthema Pyrotechnik im Stadion plädierte der Vizekanzler indes für eine pragmatische Lösung und sprach sich gegen ein totales Verbot, wie es künftig exekutiert werden soll, aus. "Es muss in Stadion legale Ausnahmeregelungen geben, damit nicht durch illegale Pyrotechnik erst recht Zuschauer gefährdet werden." Gleichzeitig verlangt Strache dann aber auch von den Vereinen, gegen Fans, die nicht genehmigte Bengalen verwenden, härter vorzugehen. "Dann braucht es entsprechende Konsequenzen."

Konsequenzen könnte es für einige Sportvereine auch hinsichtlich Fördergelder geben: Denn das Sportministerium verlangt insgesamt 1,8Millionen Euro an Förderungen zurück, weil die Vereine keine Belege für genehmigte Projekte vorlegen konnten. Spitzenreiter sei dabei der Tischtennisverband mit einem Volumen von 320.000 Euro; auch Schwimm- und Hockeyverband seien mit Abrechnungen säumig. "Wir werden das jetzt einfordern, damit diese Mittel dem Sport widmungsgemäß zu Gute kommen können", erklärte Strache.

Auch von der Steuerreform, die 2020 wirksam werden soll, soll der Sport profitieren: durch Einnahmen aus der Online-Wetten-Besteuerung, der Spendenabsetzbarkeit für Sportvereine sowie der Verringerung der Mehrwertsteuer auf zehn Prozent bei Mieten für Sportstätten. "Das sind alles Schritte, um den Sport voranzubringen", sagte Strache.




Schlagwörter

Sportpolitik, Nationalstadion

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Dokument erstellt am 2018-09-05 17:23:57


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