• vom 05.07.2012, 21:33 Uhr

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Update: 05.07.2012, 22:00 Uhr

Globalisierung

Späte Gerechtigkeit




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  • G-8-Gipfel in Genua 2001
  • Strafen für Polizisten wegen schwerer Übergriffe gegen Demonstranten bestätigt.
  • Globalisierungsgegner feiern Urteil des Kassationsgerichts.

Rom. Elf Jahre nach brutalen Übergriffen der Polizei auf Globalisierungsgegner während des G-8-Gipfels in Genua hat das Kassationsgericht in Rom, die dritte und letzte Instanz im italienischen Justizsystem, die Haftstrafen für die Leitung der Einsatzkräfte in der norditalienischen Hafenstadt bestätigt. Im Verfahren gegen insgesamt 25 Polizisten ging es um schwere Übergriffe in einer als Herberge für Demonstranten dienenden Schule beim G-8-Gipfel. Der Prozess war einer von mehreren um die Gewalt rund um den G-8-Gipfel.

Antrag auf Entschädigung

Die schärfste Strafe, fünf Jahre Haft, wurde für den hohen Polizeifunktionär Vincenzo Canterini, bestätigt. Die Richter gingen davon aus, dass auch die höheren Polizeifunktionäre über die Schlägereien in der Schule Diaz, in der Demonstranten schwer verprügelt worden waren, informiert waren. Die Vorwürfe gegen neun Polizisten, denen schwere Schikanen gegen Globalisierungsgegner vorgeworfen wurden, wurden als verjährt erklärt. Die 60 verletzten Globalisierungsgegner können jetzt Antrag auf Entschädigung einreichen.

Das Urteil wurde von Globalisierungsgegnern, die 2001 an den Protesten teilgenommen hatten, begrüßt. "In Italien funktioniert das Justizsystem", lobte Giuliano Giuliani, Vater des 2001 bei den Krawallen in Genua getöteten Globalisierungsgegners Carlo Giuliani.

Ein Todesopfer

Während der von massiven Krawallen geprägten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei waren am Rande des G-8-Gipfels im Juli 2001 Ordnungskräfte in die Schule eingedrungen. Dabei wurden mehr als 60 Demonstranten verletzt, mehrere von ihnen schwer. Bei den Kundgebungen gegen den Gipfel und der harten Reaktion der italienischen Polizei kam auch ein Demonstrant ums Leben. Er wurde von einem jüngeren Polizisten durch einen Schuss in den Kopf getötet.

Über Misshandlungen nach ihrer Festnahme hatten auch 16 österreichische Mitglieder der Theatergruppe "VolxTheater-Karawane" geklagt. Sie waren nach dem G-8-Gipfel festgenommen und drei Wochen lang in Untersuchungshaft gehalten worden.




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Dokument erstellt am 2012-07-05 20:25:38
Letzte Änderung am 2012-07-05 22:00:54


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