• vom 07.01.2013, 08:54 Uhr

Top News

Update: 07.01.2013, 14:18 Uhr

Air Berlin

Österreicher übernimmt Ruder bei Air-Berlin




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Wolfgang Prock-Schauer ist neuer Chef der flyniki-Mutter
  • Interimistischer Vorgänger Hartmut Mehdorn damit abgelöst.

Wien. Ein Österreicher soll nun Air Berlin aus der Krise fliegen. Wolfgang Prock-Schauer (56) wurde mit sofortiger Wirkung Vorstandschef der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft. Der bisherige Chef Hartmut Mehdorn (70) hat seinen Posten an der Spitze der angeschlagenen Airline nach nur 15 Monaten abgegeben. Er galt aber ohnedies nur als Interimschef, daran wurde heute auffällig nachdrücklich erinnert.

  Air Berlin schreibt rote Zahlen und ist in ganz besonderem Maß von den ständigen Verzögerungen beim neuen deutschen Hauptstadtflughafen betroffen. Ein umfassender Rechtsstreit hat begonnen, mit horrenden Schadenersatzforderungen. Seit mehr als einem Jahr gehört die von Niki Lauda gegründete Airline Niki ("flyniki") ganz der Air Berlin. Niki Lauda selbst hat sich letzten Donnerstag überraschend schnell aus dem Air-Berlin-Aufsichtsrat verabschiedet.


Ältere Berührungspunkte
  Mit einer einstigen Niki-Lauda-Fluggesellschaft hat der neue Air-Berlin-Chef Prock-Schauer im übrigen schon in seinem früheren Job zu tun gehabt. Als er 1981 seine Luftfahrtkarriere bei der AUA (Austrian Airlines) startete, war er dort unter anderem für die Einbindung der damals mittels Übernahme geretteten Lauda Air zuständig. Als sich bei der AUA selbst das Vorstandskarussell immer schneller zu drehen begann, galt der mittlerweile zum Netzwerkmanager aufgestiegene Prock-Schauer Anfang 2006 als einer der aussichtsreichen Bewerber für den Chefposten der damals noch maßgeblich staatlichen Gesellschaft. Die Eigentümer wünschten sich damals aber den Siemensianer Alfred Ötsch. Unter Ötsch begann die AUA an den Rand der Insolvenz zu rutschen.

  Seit Prock-Schauer im Oktober 2012 in den Vorstand der Air Berlin einzog, verantwortlich für Netzwerkplanung und Allianzen, galt er bereits als Kandidat für die Mehdorn-Nachfolge.

  Mehdorn selbst, langjähriger Chef der Deutschen Bahn, hatte im Herbst 2011 bei Air Berlin übernommen, als deren Boss Joachim Hunold nach jahrelangen Verlusten den Posten räumen musste. Der Aufsichtsrat von Air Berlin streute Mehdorn heute Montag zum Abschied jede Menge Rosen: Die Rede war von seiner "außergewöhnlich erfolgreichen" Tätigkeit als CEO von Air Berlin in den vergangenen 15 Monaten. "Er hat das Unternehmen in der Krise der europäischen Luftfahrt auf einen neuen Weg gebracht, marktgerechter positioniert und entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt", sagte Aufsichtsratschef Hans-Joachim Körber in einer Mitteilung. Mit Prock-Schauer übernehme ein anerkannter Branchenexperte die Spitzenposition. Prock-Schauer selbst sieht Air Berlin "vor großen Herausforderungen".

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2013-01-07 08:56:25
Letzte Änderung am 2013-01-07 14:18:17


Werbung




Werbung