• vom 11.08.2014, 09:50 Uhr

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Update: 11.08.2014, 10:15 Uhr

Internethandel

Amazon kämpft gegen "Captain America"




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  • Versandhändler boykottiert Disney-Produkte.
  • Autorenprotesete gegen Amazon.

Seattle. Amazon setzt seine schroffe Verhandlungstaktik im Kampf um niedrigere Preise immer breiter ein. Mehr als 900 Autoren protestierten am Sonntag mit einem offenen Brief gegen die umstrittenen Methoden des Versandhändlers. Der Konflikt scheint sich indes auszuweiten - betroffen waren am Wochenende auch Filme wie "Captain America" und "Die dunkle Fee" aus dem Hause Disney.

Kurz vor den Verkaufsstarts der DVDs hat Amazon die Funktion für Vorbestellungen in seinem Marktplatz deaktiviert. Wie zuerst das Fachblatt "Home Media Magazine" bemerkte, galt dies für nahezu alle Disney-Titel.

Unternehmen halten sich bedeckt

Die Situation erinnert an Konflikte zwischen Amazon und Time Warner sowie dem Verlag Hachette. In beiden Fällen baute das Versandportal auf diese Weise Druck bei den Verhandlungen um neue Vertriebsdeals auf. Warner-Filme waren deshalb von Mitte Mai bis Ende Juni nicht vorbestellbar. Ob sich zwischen Walt Disney und Amazon ähnliches anbahnt, ließ sich zunächst nicht aufklären. Die Unternehmen halten sich bisher bedeckt.


Mehr als 900 Schriftsteller, darunter berühmte Autoren wie Stephen King oder John Grisham, hatten das Vorgehen von Amazon im Streit um E-Book-Preise zuvor scharf verurteilt. "Weder Leser noch Autoren profitieren davon, dass Bücher als Geiseln genommen werden", schrieben sie in einem offenen Brief. Sie kritisierten, dass Amazon in der Auseinandersetzung mit dem Verlag Hachette etwa die Auslieferung gedruckter Bücher verlangsamt sowie keine Vorbestellungen angenommen habe. Der Internethändler will niedrigere Preise für digitale Bücher durchsetzen.

Jeff Bezos die Meinung sagen

Unter den Unterzeichnern des von Bestsellerautor Douglas Preston verfassten Protestbriefs finden sich auch Namen weiterer bekannter Literaten wie David Baldacci, Lincoln Child oder Suzanne Collins. Sie riefen die Leser auf, Amazon-Chef Jeff Bezos per E-Mail die Meinung zu sagen. Amazon verstoße gegen sein eigenes Versprechen, vor allem an die Kunden zu denken, indem der Konflikt mit Hachette auf dem Rücken der Leser ausgetragen werde.

Amazon konterte den Vorstoß der Schriftsteller mit einem eigenen offenen Brief. Darin heißt es unter anderem, Literatur müsse günstiger werden, da sie mit vielen anderen Medien im Wettbewerb stehe. "Bücher konkurrieren mit mobilen Spielen, Fernsehen, Filmen, Facebook, Blogs, kostenlosen Nachrichten-Websites und mehr."

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2014-08-11 09:56:03
Letzte Änderung am 2014-08-11 10:15:37


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