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Update: 23.02.2017, 13:36 Uhr

One Billion Rising

Victory und Vagina am Valentinstag




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Von Valentine Auer

  • Die Kampagne "One Billion Rising" macht gegen Gewalt an Frauen mobil.

Die Kampagne gegen Gewalt an Frauen findet in Wien bereits zum fünften Mal statt.

Die Kampagne gegen Gewalt an Frauen findet in Wien bereits zum fünften Mal statt.© Andrea Peller Die Kampagne gegen Gewalt an Frauen findet in Wien bereits zum fünften Mal statt.© Andrea Peller

Wien. "I can see a world, where we all live safe and free from all oppression. No more rape or incest or abuse. Women are not a possession." ("Ich kann eine Welt sehen, in der wir alle sicher und frei vor Unterdrückung leben. Keine Vergewaltigung, kein Inzest, kein Missbrauch mehr. Frauen sind kein Besitz.") Zu diesen Zeilen aus der "One Billion Rising"-Hymne "Break the Chain" (Tena Clark) werden heute, Dienstag, Frauen und Mädchen weltweit auf den Straßen tanzen, um gegen Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen. Auch vor dem Parlament in Wien heißt es am Valentinstag "One Billion Rising" - "Eine Milliarde erhebt sich".

Eine Milliarde. Das ist die von den Vereinten Nationen geschätzte Zahl der Frauen und Mädchen, die weltweit von Gewalt betroffen sind. Damit erfährt ein Drittel aller Mädchen und Frauen mindestens einmal in ihrem Leben eine Form von Gewalt. In Österreich ist laut einer Erhebung der EU aus dem Jahr 2014 jede fünfte Frau körperlicher oder sexueller Gewalt ausgesetzt. Allein in Wien betreute der Verein "Frauenhäuser Wien" im vergangenen Jahr 625 Frauen und 635 Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen waren. Das entspricht zwar einem Rückgang von etwa hundert Fällen gegenüber 2015. Die Kontakte in der ambulanten Beratungsstelle der Frauenhäuser Wien stiegen jedoch von 14.000 auf etwa 16.000 Kontakte.


Rückentwicklungen
Dass die unterdrückungsfreie und sichere Welt, wie sie sich Tena Clark in "Break the Chain" erträumt, in naher Zukunft Realität wird, scheint unwahrscheinlich. Die Vorstandsmitglieder von "One Billion Rising Austria" (Obra), Ewa Dziedzic und Aiko Kazuko Kurosaki, sprechen von einem "Backlash": Geschlechtertrennung zwischen Frauen und Männer würde sich verhärten; der Wiener Polizeipräsident empfiehlt Frauen, nur in Begleitung auf die Straße zu gehen. Eine klare Rückwärtsentwicklung für Dziedzic. Kurosaki bestätigt ihre Kollegin: "Ich bin in einer Generation groß geworden, in der wir uns als Frauen emanzipiert haben und auf dem Weg zur Gleichberechtigung waren. Jetzt geht es zurück. Ich sehe Alarmglocken läuten."

Schritte zurück sieht auch die Geschäftsführerin der Frauenhäuser Wien, Andrea Brem, in ihrer täglichen Arbeit. Zum Beispiel in der Wahrnehmung von Gewalt an Frauen und Mädchen. Es werde zunehmend bagatellisiert, erklärt sie: "Wird eine Frau schwer verletzt, ist der Umgang damit seriös. Alles andere - vor allem gefährliche Drohungen und Nötigungen - wird oft nicht als Gewalt wahrgenommen. Doch diese Form von Gewalt setzt Frauen wahnsinnig unter Druck, sie fürchten, dass die Drohungen wahr werden."

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Dokument erstellt am 2017-02-13 17:21:13
Letzte ─nderung am 2017-02-23 13:36:03



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