• vom 21.08.2017, 15:39 Uhr

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Update: 21.08.2017, 20:15 Uhr

Akquisitionen

Übernahmen, um an Innovationen zu kommen




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  • 2016 lag das Volumen innovationsgetriebener M&A-Deals weltweit bei 291 Milliarden Dollar.

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Wien. (kle/apa) Unternehmen nutzen Fusionen und Zukäufe verstärkt als Instrument für den Innovationsausbau. Dabei gehe es vor allem um Erfindungen in Bereichen wie Finanzen, künstliche Intelligenz oder Roboter, die zu Umbrüchen im Geschäft führen könnten ("disruptive Technologien"), wie die Beratungsagentur Deloitte in ihrer jüngsten Studie über Firmenzusammenschlüsse ("Deloitte M&A Index 2017") festhält.

Firmenzusammenschlüsse, die der Übernahme von Innovationen dienten, brachten es 2016 bereits auf ein Gesamtvolumen von 291 Milliarden Dollar (248 Milliarden Euro). Der wichtigste Bereich sei das Internet der Dinge, also die Vernetzung von Geräten über das Internet. Laut Deloitte wurden allein dafür 86 Milliarden Dollar ausgegeben. Für Zukäufe bei künstlicher Intelligenz flossen hingegen nur 3,1 Milliarden Dollar. Firmen mit Know-how im Zusammenhang mit Big Data ließ sich die Wirtschaft 6,5 Milliarden Dollar kosten.


Dynamik auch in Österreich
Auch wenn die USA der größte Markt für Innovations-Übernahmen seien, wachse jener in Europa am schnellsten. Und auch in Österreich nehme dieses Geschäft an Fahrt auf, wie Orsolya Hegedüs, Partnerin bei Deloitte Österreich, berichtet.

Zunehmend stellen große Unternehmen Risikokapital auf und beteiligen sich in den ersten Finanzierungsrunden an Start-ups. Erweisen sich diese als erfolgreich, werden sie häufig von den Unternehmen zur Gänze übernommen, heißt es in der Deloitte-Studie. Ein gutes Drittel des internationalen Risikokapitals sei somit bereits von Konzernen gekommen, obwohl Risikofinanzierung für diese nicht zum Kerngeschäft gehört.

Ein Beispiel dafür ist die oberösterreichische Firma Runtastic, die eine Lauf-App entwickelt hat. Kapital kam unter anderem von dem Berliner Verlagshaus Axel Springer, das 2013 knapp mehr als die Hälfte des Start-ups übernahm. Zwei Jahre später wurde Runtastic dann für 220 Millionen Euro an Adidas verkauft. Die Firma ist nach wie vor in Pasching (Linz-Land) angesiedelt.

Zukäufe und Fusionen
In den Vereinigten Staaten wurden 2016 für Zukäufe und Fusionen rund 150 Milliarden Dollar ausgegeben, in Europa etwa 110 Milliarden Dollar. Zusätzlich gab es in den USA aber 20 Milliarden Dollar für risikokapitalfinanzierte Transaktionen. In Europa ist dieses Segment indes verschwindend klein, das betrifft auch Österreich. Im Raum Asien/Pazifik wird zwar weniger Geld für innovative Zukäufe ausgegeben (weniger als 40 Milliarden Dollar), dafür gibt es aber mehr Bereitschaft, Risikokapital in die Hand zu nehmen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-08-21 15:45:05
Letzte Änderung am 2017-08-21 20:15:38


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