• vom 20.12.2017, 16:27 Uhr

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OMV will ihr Geschäft stärker internationalisieren




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  • Konzernchef Rainer Seele kündigt für März eine neue Firmenstrategie an.

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Wien. (apa/kle) Der teilstaatliche Öl- und Gaskonzern OMV will seine Strategie künftig nicht mehr so stark wie bisher auf das Geschäft in Europa fokussieren, sondern eine weitere Internationalisierung vorantreiben. Dabei gehe es nicht um die Frage, "wo mache ich meine Bohrlöcher, wo ramme ich eine Eisenstange in die Erde, sondern wo verkaufe ich meine Produkte hin", wie OMV-Chef Rainer Seele am Mittwoch erklärte.

Die Details zur neuen Konzernstrategie sollen im März präsentiert werden. Zu dieser zählt auch eine höhere Veredelung der Produkte als weiterer Stoßrichtung. "Wir sollten unser Öl weniger verbrennen und mehr veredeln", betonte Seele im Klub der Wirtschaftspublizisten.


Eine stärkere geografische Diversifizierung auch der Absatzmärkte bringe schon die vor Kurzem abgeschlossene Beteiligung an dem russischen Gasfeld Juschno Russkoje. Die Produktion der OMV steigt dadurch um 100.000 auf mehr als 400.000 Fass pro Tag, davon würden 50.000 Barrel pro Tag in Russland verkauft. Eine Höherveredelung sei sowohl bei Gas als auch noch stärker bei Öl möglich.

2017 sei für die OMV ein gutes Jahr und "das Jahr der Aktionäre" gewesen, sagte Seele weiter. Zum einen habe man die Dividende von 1,00 auf 1,20 Euro je Aktie erhöht, und zum anderen habe sich der Börsenkurs positiv entwickelt. Konkret hat die OMV-Aktie heuer bisher um mehr als 60 Prozent zugelegt, am Mittwoch erklomm sie mit 54,43 Euro ein neues Jahreshoch. Mit rund 17,6 Milliarden Euro Marktkapitalisierung ist der Konzern aktuell das wertvollste Unternehmen in Österreich.

Produktionskosten fast halbiert
Nicht zuletzt wegen des Ölpreistiefs hat die OMV ihre Produktionskosten seit 2014 stark gedrosselt: Von 16,6 Dollar auf nunmehr 8,8 Dollar pro Barrel, wie Seele berichtete. Im kommenden Jahr werde man dann durch die kostengünstige Produktion in Russland auf "irgendwas um die sieben Dollar pro Barrel" kommen. Wobei sich aber auch die Produktionsstruktur von Öl zu Gas verschiebe. Derzeit sei das Verhältnis bei 50:50. "Und in dem Maße, wo wir den Gasanteil erhöhen, werden sich auch die Produktionskosten günstiger entwickeln, denn das Gas kann man im Schnitt zu günstigeren Kosten produzieren als das Öl", erklärte Seele.

Beim Asset-Tausch von Öl- und Gasfeldern der OMV in der Nordsee gegen eine Beteiligung an der Gasförderung in Sibirien - Stichwort: Urengoj - verhandle man mit dem russischen Energiekonzern Gazprom derzeit über ein "Shareholders’ Agreement". Über diese Vereinbarung soll die künftige Zusammenarbeit in den beiden Regionen geregelt werden.

"Voll auf dem Weg", so Seele, sei auch die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream II. "Wir haben alle Rohre bestellt, wir ummanteln, wir haben die Verlegeschiffe unter Vertrag, wir haben jetzt eine erste Genehmigung aus Deutschland erhalten für den Bau und für die Verlegung der Pipeline - also da muss man sich nicht beunruhigen lassen." Laut Seele hat die OMV für Nord Stream II bisher 280 Millionen Euro ausgegeben.

Schwarzmeer-Projekt
Beim rumänischen Schwarzmeer-Projekt "Neptun" werde die OMV 2018 mit ihrem US-Partner Exxon über die finale Investitionsentscheidung reden, sagte Seele. Das Projekt sei für die OMV-Tochter Petrom von enormer Bedeutung, weil damit die Reserveposition verbessert und der Gasanteil an der Produktion erhöht werde. Das Problem sei jedoch die Vermarktung der großen Gasmengen. Die seien so hoch, "dass sie vom rumänischen Markt nicht annähernd verkonsumiert werden". Es brauche daher eine Zusage der rumänischen Regierung, dass man exportieren könne.

Zum jüngsten Betriebsunfall in einer Gasstation in Baumgarten sagte Seele, dass die Klärung der Ursache noch einige Wochen dauern werde. Weil es dabei auch ein Todesopfer zu beklagen gab, ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft.




Schlagwörter

Energiebranche, Öl, Gas, OMV, Rainer Seele

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Dokument erstellt am 2017-12-20 16:32:05


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