• vom 14.02.2018, 17:43 Uhr

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Update: 14.02.2018, 17:59 Uhr

Südafrika

Ein Millionär soll den ANC aufrichten




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  • Cyril Ramaphosa wird wohl Südafrikas neuer Präsident. Er muss nun mit dem Erbe des in Ungnade gefallenen Jacob Zuma aufräumen.

Seine Zeit ist gekommen: Cyril Ramaphosa bei einer Rede in Kapstadt vor einem Bild von Nelson Mandela. Ramaphosa soll den ANC wieder zurück zu seinen Wurzeln führen.

Seine Zeit ist gekommen: Cyril Ramaphosa bei einer Rede in Kapstadt vor einem Bild von Nelson Mandela. Ramaphosa soll den ANC wieder zurück zu seinen Wurzeln führen.© apa/afp/Rodger Bosch Seine Zeit ist gekommen: Cyril Ramaphosa bei einer Rede in Kapstadt vor einem Bild von Nelson Mandela. Ramaphosa soll den ANC wieder zurück zu seinen Wurzeln führen.© apa/afp/Rodger Bosch

Johannesburg/Wien. (klh) Wie sehr sich die Verhältnisse in Südafrika geändert haben, illustrierte am Mittwoch ein Polizeieinsatz: Schwer bewaffnete Polizisten riegelten in Johannesburg das Luxusanwesen des Gupta-Clans, das sind drei schwerreiche indischstämmige Brüder, ab. Die Spezialeinheit für organisierte Kriminalität nahm bei der Durchsuchung des Anwesens drei Personen fest, Medien berichteten, dass darunter auch einer der Gupta-Brüder war, was deren Anwalt aber dementierte.

Die Guptas sind eng mit Jacob Zuma verwoben. Ihr Einfluss auf den Präsidenten soll in den vergangenen Jahren so groß gewesen sein, dass sie über die Besetzung von Ministern und Top-Posten in Staatsbetrieben bestimmen konnten. Von Minen bis zu Medien mischen sie in allen möglichen Branchen mit, mit einigen staatsnahen Betrieben sollen die drei Brüder laut südafrikanischen Medien Geschäfte gemacht haben, die sehr zu ihrem, aber nicht unbedingt zum Vorteil des Staates waren.


Zuma verkündet seinen sofortigen Rücktritt
Doch der Stern von Jacob Zuma ist gesunken. Die eigene Partei, der regierende African National Congress (ANC), hat sich nach zahlreichen Korruptionsvorwürfen von ihm abgewandt und fordert, dass er sein Amt niederlegt. Zuma weigerte sich lange, dieser Aufforderung nachzukommen. Am Mittwochabend verkündete er dann aber in einer Ansprache seinen sofortigen Rücktritt. Und das bringt nun offenbar auch den einst so einflussreichen Gupta-Clan massiv in Bedrängnis.

Die Polizei wollte den konkreten Grund für ihre Razzia zunächst nicht nennen. Örtliche Medien mutmaßten, der Hintergrund sei die angebliche Veruntreuung von Staatsgeldern über einen landwirtschaftlichen Betrieb der Guptas in der Provinz Free State. Dabei sollen sie Staatsgelder für arme schwarze Kleinbauern in eines ihrer Geschäfte umgeleitet haben. Auch Präsident Zumas Sohn Duduzane, der für die Guptas arbeitet, soll in den Fall involviert sein.

Der Staatschef war ebenfalls immer wieder ins Visier der Anti-Korruptionsbehörde geraten. Bisher blieb ihm eine Anklage erspart - was sich freilich ändern könnte, wenn er sein Präsidentenamt verliert. Die Befürchtung vor Gericht zu landen, könnte einer der Gründe sein, warum sich Zuma so sehr gegen seinen Abgang wehrt.

Seit Anfang der Woche bearbeitet ihn nämlich der ANC massiv, freiwillig zurücktreten, doch Zuma lehnte das bis Mittwochabend. "Niemand hat mir eine Erklärung gegeben, was ich getan haben soll. Ich finde das unfair, sehr unfair", sagte er nur wenige Stunden vor seiner Abtrittsverkündung.

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Dokument erstellt am 2018-02-14 17:47:23
Letzte Änderung am 2018-02-14 17:59:49



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