• vom 17.05.2018, 11:55 Uhr

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Update: 17.05.2018, 14:59 Uhr

ORF-Stiftungsrat

ORF-Stiftungsrat wählt Steger zum Vorsitzenden




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Von WZ Online, APA

  • 25 von 35 Stimmen waren für den FPÖ-Ex-Vizekanzler, neun gegen ihn, es gab eine Enthaltung.

Norbert Steger ist zum Vorsitzenden des ORF-Stifuntsgrats gewählt worden. - © APAweb/Georg Hochmuth

Norbert Steger ist zum Vorsitzenden des ORF-Stifuntsgrats gewählt worden. © APAweb/Georg Hochmuth

Wien. Der freiheitliche Stiftungsrat und frühere FPÖ-Vizekanzler Norbert Steger ist am Donnerstag zum neuen Vorsitzenden des ORF-Stiftungsrats bestellt worden. Bei der konstituierenden Sitzung des 35-köpfigen Gremiums stimmten 25 für ihn, neun gegen ihn, ein Mitglied enthielt sich.

Mit der einstimmigen Wahl des Bürgerlichen Franz Medwenitsch zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde die blau-schwarze Führung des ORF-Stiftungsrats fixiert. Die im Vorfeld kritischen Bundesländer-Vertreter konnte der neue Vorsitzende Norbert Steger mehrheitlich überzeugen, sieben von ihnen stimmten für ihn - darunter auch der Vertreter des rot-blau regierten Burgenlands.

"Misstrauen" aus Wien und Kärnten

Gegen Steger sprachen sich der Wiener Stiftungsrat Norbert Kettner sowie der Kärntner Siggi Neuschitzer aus. "Wenn es ums Politische geht, hätte ich für ihn stimmen müssen", sagte letzterer nach der Wahl im Gespräch mit Journalisten. Er glaube aber nicht, dass Steger die Interessen der Länder ausreichend wahrnehmen werde, artikulierte er sein "Misstrauen". Anders sah das Klaus Poier, entsandt von der Steiermark. Über die Stärke der Länder im Stiftungsrat habe dessen Vorsitzender ohnehin nicht zu entscheiden, das sei Sache des Gesetzgebers. "Ich sehe ihn jetzt noch mehr in der Pflicht."

Gegen Steger stimmten auch vier der fünf Betriebsratsvertreter. Die fünfte, Gudrun Stindl, enthielt sich. Ihr gehe es um die Gesprächsbasis mit dem neuen Vorsitzenden, sagte sie. Weitere Gegenstimmen kamen von SPÖ-Vertreter Heinz Lederer, Hans-Peter Haselsteiner (für die NEOS im Gremium) sowie der Liste-Pilz-Rätin Susanne Fengler.

Unabhängiger wählte Steger

Alfred Trendl, der von der Bundesregierung entsandt wurde und auf den Status als Unabhängiger im Stiftungsrat pocht, wählte Steger. Dieser habe nämlich in der Sitzung die Korrespondenten-Büros des ORF "völlig außer Streit gestellt - das war mein Kriterium", sagte er. Vor einigen Wochen hatte Steger für Wirbel gesorgt, als er mit Einschnitten bei den ORF-Auslandskorrespondenten gedroht hatte. Am Donnerstag habe er diese im Stiftungsrat aber als "Asset" bezeichnet, das ihm "am Herzen liegt", so Trendl.

Thomas Zach, Chef des ÖVP-Freundeskreises, verwies nach den Abstimmungen auf die "deutliche Mehrheit" für die neue Stiftungsrats-Spitze. "Es werden keine Schlachten ausgetragen und daher auch keine Siege errungen", sagte er.

"Keine positive Trendwende"

SPÖ-Freundeskreisleiter Heinz Lederer nahm "zur Kenntnis", dass der burgenländische Stiftungsrat Werner Dax für Steger war. Offenbar hätten ihn Stegers Ausführungen zur Rolle der Landesstudios "überzeugt", wofür er auch Verständnis habe. Lederer selbst allerdings konnte der neue Vorsitzende nicht überzeugen. Er habe Steger etwa gefragt, "wie er in Zukunft mit Journalisten umgehen will, die ihm nicht passen". Steger habe angekündigt, er werde zurückhaltend agieren. Aber "wenn jemand so massiv und kräftig ins Medienhorn bläst", dann sehe er in solch einer Erklärung noch "keine positive Trendwende". Auch Stegers Ausführungen zu Regionalisierung und vor allem in der Frage der Gebührenfinanzierung fand Lederer nicht ausreichend. Überhaupt sei in der Sitzung "viel Weihrauch" versprüht worden und Steger mit "enormen Samtpfoten" aufgetreten.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-17 11:56:30
Letzte Änderung am 2018-05-17 14:59:10


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