• vom 22.05.2018, 22:06 Uhr

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Update: 22.05.2018, 22:20 Uhr

Facebook

Kritik am Auftritt Zuckerbergs




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  • Der Facebook-Gründer stand EU-Parlamentariern Rede und Antwort. Ein bisschen zumindest.

Scharfe Kritik hat sich der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg mit seinem Hearing im EU-Parlament eingehandelt.

Scharfe Kritik hat sich der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg mit seinem Hearing im EU-Parlament eingehandelt.© afp/John Thys Scharfe Kritik hat sich der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg mit seinem Hearing im EU-Parlament eingehandelt.© afp/John Thys

Brüssel. (sir/apa) Am Ende war dann doch tatsächlich noch Zeit für ein Fan-Foto mit dem berühmten Gast aus den USA. Cecilia Wikström, schwedische Abgeordnete der liberalen Fraktion ALDE, hatte sich neben Facebook-Chef postiert und das Foto getwittert: "Mark Zuckenberg and ich nach dem Hearing im Europäischen Parlament." Kam dann aber doch nicht ganz so gut an wie intendiert: "Sie sind nicht auf einem Beyonce-Konzert", antwortete eine Twitter-Userin. "Sie sollten jemanden, der womöglich eine ganze Reihe von europäischen Gesetzen gebrochen hat, unbefangen Fragen stellen."

Zuvor hatte sich der Facebook-Gründer im EU-Parlament für Fehler in Bezug auf Datenmissbrauch entschuldigt. "Wir haben unsere Verantwortung nicht umfassend genug gesehen, der Fehler tut mir leid", sagte Zuckerberg am Dienstagabend. Er versprach, die ab Freitag geltende EU-Datenschutzgrundverordnung einhalten zu wollen, wich aber Fragen der Abgeordneten aus.


Zuckerberg hatte sich erst nach scharfer Kritik zu einer Aussprache mit den EU-Abgeordneten bereit erklärt, nachdem er zehn Stunden lang dem US-Kongress in der Facebook-Affäre Rede und Antwort gestanden war. In Brüssel trat er nur in kleinem Rahmen vor Fraktionsvorsitzenden und Parlamentspräsident Antonio Tajani auf. Dieser wertete den Auftritt als Erfolg, doch gab es auch kritische Stimmen. So sprach der Grüne EU-Abgeordnete Michel Reimon von einem "PR-Stunt", sein ÖVP-Kollege Heinz Becker meinte, es blieben noch "grundlegende Fragen offen".

Auch Tajani sagte, die Entschuldigung Zuckerbergs "alleine reicht nicht. Es geht um konkrete Verpflichtungen". Die EU-Abgeordneten hätten klar gemacht, dass sich ein Fall des Datenmissbrauchs wie bei Cambridge Analytica nie mehr wiederholen dürfe. Auf konkrete Fragen der Abgeordneten ging Zuckerberg jedoch kaum ein. "Ich habe sechs Fragen eingereicht, die mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden können - und keine davon ist beantwortet worden", empörte sich der Grüne Philippe Lamberts. Eine davon war, ob Facebook seinen Mitgliedern die Möglichkeit geben werde, sich komplett personalisierter Werbung zu entziehen. Zuckerberg versprach, die Antworten nachträglich schriftlich beantworten zu wollen.

EU-Abgeordnete unzufrieden
Mit scharfen Worten fiel Guy Verhofstadt, Fraktionsvorsitzender der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE), auf. Zuckerberg müsse sich entscheiden, ob er in die Geschichte in einer Reihe mit Technologie-Innovatoren wie Apple-Gründer Steve Jobs und Microsoft-Gründer Bill Gates eingehen werde - oder als "ein Genie, das ein digitales Monster geschaffen hat, das unsere Demokratien zerstört".

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Dokument erstellt am 2018-05-22 22:12:58
Letzte Änderung am 2018-05-22 22:20:04


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