• vom 10.06.2018, 16:18 Uhr

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Update: 10.06.2018, 16:39 Uhr

Gipfetreffen

Die Gipfel-Show in Singapur




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Von Thomas Seifert

  • Das bizarrste Gipfeltreffen der jüngeren Geschichte geht am Dienstag auf der Insel Sentosa über die Bühne.

Gipfeltreffen der Doppelgänger: Kim Jong-un (Howard X) und Donald Trump (Dennis Alan) sind derzeit die Touristenlieblinge in Singapur. - © Wong Maye-E/AP

Gipfeltreffen der Doppelgänger: Kim Jong-un (Howard X) und Donald Trump (Dennis Alan) sind derzeit die Touristenlieblinge in Singapur. © Wong Maye-E/AP





Singapur/Wien. "Als Kim Jong-un am 27. April die steinerne Treppe der Panmun-Halle zur innerkoreanischen Grenze heruntersteigt, geht ein Raunen durch das Pressezentrum im 20 Kilometer entfernten Ilsan. 2800 akkreditierte Journalisten verfolgen auf einem überdimensionalen Bildschirm die erste Begegnung der zwei koreanischen Staatschefs: Kim schüttelt die Hand von Südkoreas Präsidenten Moon Jae-in und bittet ihn, auch einmal über den Grenzstreifen nach Norden zu treten. Jene historischen Fernsehbilder des innerkoreanischen Gipfels gingen um die Welt."

So berichtete die "Wiener Zeitung" über das historische Gipfeltreffen zwischen den Staatschefs der beiden Koreas.

Und dieses historische Treffen kann nun als Generalprobe für ein epochales Ereignis, das - wenn nicht alles in letzter Sekunde platzt - am 12. Juni in Singapur über die Bühne gehen wird, gewertet werden. Am kommenden Dienstag treffen nämlich Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un und dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump auf Sentosa, der Spaß- und Freizeitinsel im Süden des Stadtstaates, aufeinander - das erste Treffen auf der Ebene von Staatschefs seit der Gründung Nordkoreas. Die beiden werden einander im Hotel Capella begegnen, die Nacht in einer Privatvilla mit Pool kostet dort rund 630 Euro. Das Gelände ist leicht abzusichern, das Luxusresort liegt weit entfernt vom urbanen Trubel Singapurs. "Sentosa" bedeutet auf Malay "Frieden" oder "Ruhe", und auf Frieden hoffen nicht nur die beiden Koreas und die USA, sondern auch China, Japan und Russland. Singapur war eine logische Wahl, die Stadt verfügt über eine hervorragende Infrastruktur, ist eine der sichersten Städte der Welt und ist so etwas wie die Schweiz Asiens: Der Stadtstaat unterhält gute Beziehungen sowohl zu den USA als auch zu China.

Begonnen hat alles ausgerechnet am 241. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit, am 4. Juli 2017, mit dem Raketentest einer Hwasong-14-Rakete, die laut Expertenmeinung eine Reichweite von über 6500 Kilometern erreichen könnte. Mit dieser Rakete könnte Nordkoreas Armee erstmals das amerikanische Festland nuklear bedrohen. Für die USA war damit eine rote Linie überschritten.

"Feuer und Zorn"

Wenn das Treffen am Dienstag tatsächlich über die Bühne geht, dann ist das ein kleines Wunder: Denn nach diesem Test befanden sich die USA und Nordkorea am Rande eines Krieges. Trump drohte Kim, den er als "kleinen Raketenmann" verlachte, mit "Feuer und Zorn" und er "völligen Vernichtung", Kim wiederum bezeichnete Trump als "senilen, geistig umnachteten Amerikaner". Und noch vor wenigen Tagen spuckte Trumps Surrogat Rudy Giuliani, Ex-Bürgermeister von New York, große Töne, als er sagte, Kim habe "auf allen vieren" um das Treffen gebettelt.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-08 18:25:20
Letzte Änderung am 2018-06-10 16:39:27


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