• vom 12.06.2018, 16:59 Uhr

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Update: 13.06.2018, 07:55 Uhr

Unwetter

Bezirk Neunkirchen in NÖ ist Katastrophengebiet




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Von WZ Online, APA

  • In Graz starb ein Mann durch umgestürzten Baum, mehr als 100 Einsätze im Stadtgebiet von Krems.

Im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich gingen am Dienstagnachmittag neuerlich Unwetter nieder.

Im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich gingen am Dienstagnachmittag neuerlich Unwetter nieder.© APAweb, EINSATZDOKU.AT Im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich gingen am Dienstagnachmittag neuerlich Unwetter nieder.© APAweb, EINSATZDOKU.AT

Neunkirchen. Die schweren Unwetter haben in der Steiermark ein Todesopfer gefordert. In Stadtpark in Graz starb ein Mann durch einen umgestürzten Baum.

In Altenberg an der Rax in der Gemeinde Neuberg an der Mürzim (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag haben anhaltende Niederschläge außerdem zu Hochwasser geführt. Im Ortszentrum sorgte eine Verklausung für eine Überschwemmung. Die Energie Steiermark sprach von schweren Schäden an Stromleitungen vor allem südlich der Mur-Mürz-Furche, im Großraum Graz und im Bezirk Weiz. Rund 500 Trafostationen waren vorübergehend abgeschaltet oder ausgefallen. Sprecher Urs Harnik-Lauris zufolge hatten rund 14.000 Haushalte keinen Strom. Vor Einbruch der Dunkelheit waren es noch 9.500 und rund 250 Trafostationen.

Bezirk Neunkirchen zum Katastrophengebiet erklärt

In südlichen Niederösterreich wiederum musste der Bezirk Neunkirchen zum Katastrophengebiet erklärt werden. Mehre Orte seien nur über Unwege erreichbar, teilte das Rote Kreuz mit. Ortschaften seien teilweise auch abgeschnitten. Die Lage dürfte sich im Laufe der Nacht weiter zuspitzen, hieß es weiter. Das Unwetter brachte Starkregen, Sturm und Hagel mit sich,

 Das Bezirksfeuerwehrkommando nannte mehr als ein Dutzend vom Unwetter besonders betroffene Gemeinden genannt. Angeführt wurden Enzenreith, Feistritz a.W., Gloggnitz, Grimmenstein, Kirchberg a.W., Otterthal, Puchberg am Schneeberg, Raach am Hochgebirge, Scheiblingkirchen, Seebenstein, Pitten, Ternitz-Sieding und Warth.

Neben mehreren Bundes- und Landesstraßen musste auch die Aspangbahn gesperrt werden. In der Gemeinde Enzenreith wurde eine Brücke über den Syhrnbach weggerissen. Die Wettersituation blieb laut Feuerwehr angespannt.

Für die Nacht hat das Rote Kreuz Norunterkünfte vorbereitet. Entsprechende Betreuungszentren gab es einer Aussendung zufolge in Scheiblingkirchen, Gloggnitz, Puchberg am Schneeberg und Kirchberg am Wechsel. Zudem wurden 1.000 Liter Getränke, 500 Würstel, 700 Semmeln, 15 Kilo Äpfel und 300 Müsliriegel zur Ausgabe verladen.

Weltuntergangsstimmung

Im Wechselgebiet, im Feistritztal und in der Buckligen Welt habe teils Weltuntergangsstimmung geherrscht. So zumindest beschreibt Feuerwehrsprecher Franz Resperger die Lage im südlichen Niederösterreich vom nachmittag. Er berichtete ferner von Rettungsaktionen aus bis zu hüfthoch überfluteten Häusern. Gerettet werden mussten dem Sprecher zufolge vor allem gehbehinderte Menschen. Kleine Bäche seien zu reißenden Flüssen geworden, sagte Resperger. In einer Mure sei ein Rettungswagen mit einem Notfallpatienten stecken geblieben. Die Helfer mussten das Fahrzeug befreien. Die Aufräumarbeiten in den vom Unwetter getroffenen Gemeinden werden laut dem Feuerwehrsprecher jedenfalls bis Mittwoch dauern.

Mehr als 100 Einsätze im Stadtgebiet von Krems

Heftige Regenfälle haben am Dienstag auch die Feuerwehren im Bezirk und insbesondere im Stadtgebiet von Krems gefordert. Ab 17.00 Uhr rückten die Helfer zu mehr als 100 Einsätzen aus. Dutzende Keller und Liftschächte mussten ausgepumpt werden, Straßen waren teilweise bis zu 40 Zentimeter hoch überflutet, vorübergehende Sperren waren die Folge.

Besonders betroffen war laut Freiwilliger Feuerwehr Krems der Stadtteil Mitterau. Dort waren die Helfer in 16 Hochhäusern im Einsatz. Einige Gebäude waren kurzzeitig ohne Strom.

Zahlreiche Häuser waren auch entlang der Ringstraße betroffen. Im Bundesrealgymnasium Krems drang Wasser über Klassenräume in das Stiegenhaus ein. Aus der Altstadt wurden Wassereintritte in eine Apotheke, ein Hotel, eine Arztpraxis und mehrere Restaurants gemeldet. Im Bereich der Langenloiserstraße gab eine Weingartenmauer nach. Am Campus drang Wasser in den Keller ein, im Bereich der Kläranlage musste als Vorsichtsmaßnahme eine Barriere mit Sandsäcken errichtet werden. Zu den letzten Einsätzen wurde die Feuerwehr gegen 19.00 Uhr gerufen. Insgesamt 150 Helfer waren aufgeboten.

Besonders fordernd sei die große Anzahl an Einsätzen gewesen, die gleichzeitig zu absolvieren waren, sagte der Kommandant der Feuerwehr Krems, Gerhard Urschler. Verletzt wurde niemand, allerdings blieben einige Autofahrer liegen, die mit ihren Fahrzeugen durch die Wassermassen gefahren waren. Außerhalb der Stadt Krems stand die Feuerwehr in Mautern, Lengenfeld und Langenlois im Unwettereinsatz.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-12 17:00:25
Letzte Änderung am 2018-06-13 07:55:55


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