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Update: 13.06.2018, 17:04 Uhr

Medizin

Ruhig Blut bewahren




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Von Alexandra Grass

  • Blutgruppen-Entdecker Karl Landsteiner wäre 150. An ihn erinnert der Weltblutspendetag.

- © WZ-Illustration: Irma Tulek

© WZ-Illustration: Irma Tulek

"Be there for someone else. Give blood. Share life." - "Sei für jemand anderen da. Spende Blut. Teile Leben." Mit dem diesjährigen Slogan zum World Blood Donor Day am 14. Juni hebt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Blutspende als Akt der Solidarität hervor. Fundamentale menschliche Werte wie Altruismus, Respekt, Empathie und Güte seien die Voraussetzung für ein solch weltweit funktionierendes System.

Um die Motivation der vielen aktiven freiwilligen Spender am Leben zu erhalten und neue, auch junge Menschen zu gewinnen, findet der Aufruf alljährlich statt - nämlich zum Geburtstagtag von Karl Landsteiner, dem Entdecker der Blutgruppen. Mit seinen Forschungsarbeiten hat der Wiener Immunologe die Grundvoraussetzung für Testmethoden geschaffen, um die Verträglichkeit von Spenderblut mit dem Empfänger zu entwickeln. Heuer jährt sich Landsteiners Geburtstag zum 150. Mal.


Das wichtigste Medikament
Im Notfall ist menschliches Blut eines der wichtigsten Medikamente, das durch nichts zu ersetzen ist. In Österreich wird ungefähr alle 90 Sekunden eine Blutkonserve benötigt - Unfälle, Operationen, schwere Erkrankungen oder Geburten sind der Grund dafür. Pro Jahr werden hierzulande bis zu 350.000 Beutel gebraucht. Doch gerade einmal 3,5 Prozent der Menschen spenden regelmäßig den kostbaren Lebenssaft.

Die ausreichende und zuverlässige Versorgung von Patienten ist nicht nur mit Blick auf die Zahl der Freiwilligen eine Herausforderung. Denn Blutkonserven sind nur maximal 42 Tage lang haltbar und der Bedarf an verschiedenen Blutgruppen schwankt sehr stark. Die Kenntnis über die Blutgruppen ist der entscheidende Faktor, dass praktisch die richtige Medizin beim richtigen Patienten ankommt.

A, B, AB, 0
Um das Jahr 1900 hatte Landsteiner entdeckt, dass bei Kontakt das Blut zweier Menschen oft verklumpte. Schon ein Jahr später berichtete er über die Annahme, dass es drei verschiedene Blutgruppen geben müsse - nämlich A, B und C. Insgesamt gibt es, wie wir heute wissen, vier Unterteilungen: A, B, AB und 0 (für vormals C). Wobei Menschen mit der Blutgruppe AB Erythrozyten (rote Blutkörperchen) aller anderen Blutgruppen akzeptieren und damit Universalempfänger sind. Erythrozyten der Gruppe 0 können wiederum von allen anderen empfangen werden, was die Betroffenen zu Universalspendern macht.

Laut WHO werden pro Jahr 112,5 Millionen Spenden abgegeben. 47 Prozent davon stammen aus Ländern mit hohem Einkommen. Dort sind es vor allem Patienten im Alter über 60 Jahren, die Transfusionen benötigen. Zumeist geschieht dies infolge von Herzoperationen, Transplantationen oder Blutkrebserkrankungen. In Ländern mit mittlerem oder niedrigem Einkommen wird fremdes Blut häufiger aufgrund von Geburtskomplikationen oder Anämien bei Kindern verabreicht.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-13 15:58:23
Letzte Änderung am 2018-06-13 17:04:40



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