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Update: 12.07.2018, 14:04 Uhr

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Linz ist nahe am Wasser gebaut




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Von Andreas Rauschal

  • In der oberösterreichischen Landeshauptstadt ging am Mittwoch das "Ahoi! The Full Hit Of Summer"-Festival über die Bühne.



Vorsicht, wippendes rechtes Knie! Matt Berninger und The National live in Linz.

Vorsicht, wippendes rechtes Knie! Matt Berninger und The National live in Linz.© Tom Mesic Vorsicht, wippendes rechtes Knie! Matt Berninger und The National live in Linz.© Tom Mesic

Das herzliche "Griass di!" am Einlass legt nicht nur nahe, dass man sich glücklicherweise eh nicht verfahren hat und wohlbehalten am richtigen Ort, der hoamatländischen Landeshaupt- und Stahlstadt Linz, angekommen ist. Man fühlt sich gleich auch wieder daran erinnert, dass das "Ahoi! The Full Hit Of Summer"-Festival an der Donaulände, mit malerischem Ausblick in Richtung Mühlviertel zwischen Lentos und Brucknerhaus ausgetragen, überhaupt eine freundliche Veranstaltung ist. Dort gibt es entspannte Leute und keine handelsüblichen Bubendummheiten in Festivalmanier, die in Verbindung mit Alkoholzufuhr, würdelosen Verkleidungen oder Dixieklos stehen.

Beginn mit Rumms

Information

Das "Ahoi! The Full Hit Of Summer"-Festival findet im Jahr 2019 wieder in Linz statt: am 13. Juli mit Bilderbuch. www.posthof.at

Neben Essen, das den Namen tatsächlich verdient, und kostenloser Trinkwasserversorgung auch nicht unwesentlich: Mit Beirut und Sigur Rós im Jahr 2016 und Arcade Fire als Headliner im Vorjahr war auch das Musikprogramm in den beiden bisherigen Saisonen sehr stimmig. Mit den polternden All-Female-Bands Dream Wife aus Brighton sowie dem Schlagzeug-und-Gitarre-Duo Deap Vally aus Los Angeles wiederum ist zum Auftakt der dritten Saison am Mittwoch neben einer ausgeglichenen Gender-Bilanz, von der andere Festivals nur träumen können (wenn sie es wollten) bereits auch für den nötigen Rumms gesorgt.

Den mag mit dem zwischen Blue Notes und Falsettgesang angesiedelten US-Newcomer Moses Sumney ein dritter Act, der noch auf der Watchlist steht, zwar wieder bremsen. Grandios-furios wird es spätnachts nach dem Hauptprogramm allerdings ohnehin wieder zugehen, wenn man im Brucknerhaus hinter geschlossenen Türen den Young Fathers begegnet.

Wer sich hingegen zur bürofreundlichen Kernzeit im Donaupark niederlässt, der bekommt es zunächst mit der aus Glasgow stammenden Synthie-Pop-Band Chvrches zu tun. Bei der hängt nicht nur mit zwei gekippten Kreuzen auf der Bühne, sondern auch auf dem aktuellen Album "Love Is Dead" der Haussegen schief. Man hört fiepsende Synthesizer als Kulturerbe der New-Romantics-Bewegung der frühen 1980er Jahre, erweitert um die große hohle Popgeste und das Pathos von Brandon Flowers und seiner Killers aus der Weltglitzer- und Blingblingmetropole Las Vegas.

Auch dank Sängerin Lauren Mayberry, die von Konzertbesucherinnen am Areal noch als "niedlich" bezeichnet wird, weil sie mit zu den käsigen Synthesizern gut passender, überzuckerter Singstimme tiriliert und samt Glitzer im Gesicht und Tüllrockerl um die Hüften über die Bühne tänzelt, weiß man aber nicht ganz genau, ob man sich eher an den Song- oder an den Kiddy-Contest erinnert fühlt.




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Dokument erstellt am 2018-07-12 13:58:57
Letzte Änderung am 2018-07-12 14:04:53


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