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Update: 13.08.2018, 15:21 Uhr

Orcas

"Ihre Trauerreise ist nun vorbei"




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Von WZOnline, APA, dpa

  • Orca-Mutter trennte sich nach 17 Tagen von ihrem toten Kalb.

Hier schwimmen Orcas in der Nähe des Friday Hafens bei Alaska. Die Orca-Population ist jedoch stark gefährdet, warnt das Zentrum für Whale Research.

Hier schwimmen Orcas in der Nähe des Friday Hafens bei Alaska. Die Orca-Population ist jedoch stark gefährdet, warnt das Zentrum für Whale Research.© APAweb/Center for Whale Research Hier schwimmen Orcas in der Nähe des Friday Hafens bei Alaska. Die Orca-Population ist jedoch stark gefährdet, warnt das Zentrum für Whale Research.© APAweb/Center for Whale Research

Seattle. 17 Tage lang stupste eine Orca-Mutter ihr totes Junges immer wieder mit der Nase an, damit es nicht im Meer versank. Nun trennte sich das Tier von seinem leblosen Nachwuchs. Das teilten die Wissenschafter vom Center for Whale Research in der US-Stadt Friday Harbor mit.

Die herzzerreißenden Bilder aus den Gewässern am nördlichsten Zipfel der US-Westküste waren um die Welt gegangen. Das Kalb war nicht einmal eine Stunde alt geworden.

"Ihre Trauerreise ist nun vorbei und ihr Verhalten ist auffallend munter", teilten die Walforscher mit. Die Wissenschafter hatten dem Tier den Namen "J35" gegeben. Bilder zeigten die Mutter in guter körperlicher Verfassung. Zusammen mit ihren Artgenossen jage sie wieder Lachse. In einem unvergleichlichen Leidensweg habe die Schwertwal-Mutter ihr Junges mehr als 1.600 Kilometer weit mit sich getragen. Der Kadaver sei wohl im Meer versunken und werde daher nicht von den Wissenschaftern untersucht werden können.

Tiere sind stark gefährdet

Der Tod dieses Schwertwalnachwuchses zeigt nach Angaben der Wissenschafter die Probleme der Orca-Population an dem Küstenabschnitt im kanadischen British Columbia. Die Tiere sind stark gefährdet. In den vergangenen drei Jahren seien 100 Prozent der Schwangerschaften in dieser Population gescheitert, weil die Wale nicht genügend Nahrung hätten. Die Hauptnahrungsquelle der Orcas sind Chinook-Lachse. Diese seien wie die Walpopulation stark gefährdet.

Dass Schwertwale ein totes Jungtier über mehrere Tage mit sich tragen, sei nichts Ungewöhnliches, teilten die Forscher weiter mit. Die Tiere hätten eine besonders starke Beziehung zu ihrem Nachwuchs. Forscher hatten bereits früher beobachtet, dass Tiere sich bis zu einer Woche lang nicht von einem toten Kalb trennten.





Schlagwörter

Orcas, J35, Biologie, Walforschung

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-13 13:37:50
Letzte Änderung am 2018-08-13 15:21:31


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