• vom 01.09.2018, 10:21 Uhr

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Update: 01.09.2018, 10:41 Uhr

US Open

Thiem zieht ins Achtelfinale ein




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Von WZ Online, APA

  • Dominic Thiem schlägt den US-Amerikaner Taylor Fritz in vier Sätzen. Nun trifft er auf Kevin Anderson.

"Ich hatte viele schlechte Gedanken in meinem Kopf, das hat jeder gesehen, es tut mir sehr leid", meinte Thiem noch auf dem Court.

"Ich hatte viele schlechte Gedanken in meinem Kopf, das hat jeder gesehen, es tut mir sehr leid", meinte Thiem noch auf dem Court.© APAweb / AP Photo, Frank Franklin II "Ich hatte viele schlechte Gedanken in meinem Kopf, das hat jeder gesehen, es tut mir sehr leid", meinte Thiem noch auf dem Court.© APAweb / AP Photo, Frank Franklin II

New York. Mit einem neuerlichen Kraftakt hat Dominic Thiem bei den mit 53 Millionen Dollar dotierten US Open zum vierten Mal das Achtelfinale erreicht. Der als Nummer neun gesetzte Tennis-Star besiegte am Freitag in New York vor 8.000 Zuschauern auf dem Grandstand den US-Amerikaner Taylor Fritz nach 3:18 Stunden mit 3:6,6:3,7:6(5),6:4 und stellte damit im Head-to-Head mit dem erst 20-Jährigen auf 2:0.

Thiem trifft nun am Sonntag entweder auf den südafrikanischen Vorjahresfinalisten Kevin Anderson (RSA-5). Thiem hat eine 1:6-Bilanz gegen Anderson und ist erstmals nicht Favorit. "Der ist einer der besten Spieler zur Zeit auf der Tour mit einem Riesenaufschlag und von den ganzen Spielern, die so gut servieren, für mich mit Abstand der beste Grundlinienspieler", sagte Thiem. "Ich bin happy, wieder in der zweiten Woche zu sein. Aber jetzt ist es Zeit, ins Viertelfinale zu kommen", machte Thiem noch auf dem Platz eine Kampfansage für sein nächstes Match.

"Viele schlechte Gedanken im Kopf"

"Ich hatte viele schlechte Gedanken in meinem Kopf, das hat jeder gesehen, es tut mir sehr leid", meinte Thiem noch auf dem Court. Der Weltranglisten-Neunte hatte im Zuge des Spiels u.a. einen Schläger zerstört und auch einige Male lautstark geflucht.

Thiem erwischte zunächst einen Fehlstart, während der hochtalentierte Fritz wohl sein bestes Tennis auspackte. Dem Ur-Ur-Enkel des Gründers des weltweit größten Kaufhauses Macy's musste zunächst im ersten Aufschlag-Game noch zwei Breakbälle abwehren. Beim Stand von 3:2 für Fritz spielte der French-Open-Finalist ein schlechtes Service-Game, das er zu Null zum 2:4 abgeben musste. Ein in dieser Phase sehr starker Fritz holte Satz eins zum 6:3.

Im zweiten Durchgang herrschten umgekehrte Verhältnisse. Thiem steigerte sich im selben Maße, während Fritz sein Auftakt-Niveau nicht mehr ganz halten konnte. Der zehnfache Turniersieger aus Lichtenwörth zog mit einem Break auf 3:1 und in der Folge auf 4:1 davon. Nach 74 Minuten Spielzeit verwertete Thiem den ersten Satzball zum 6:3.

Kurioser dritter Satz

Satz drei verlief höchst kurios: Thiem verwertete im ersten Game zunächst zwei Breakbälle nicht, musste aber seinen Aufschlag zum 0:2 abgeben. Als Thiem bei 30:40 im dritten Game die sofortige Rebreakchance hatte, Fritz aber mit einem Netzroller den Einstand schaffte, brannten bei Thiem kurz die Sicherungen durch: Sechsmal hackte er den Schläger zu "Kleinholz". Eine Verwarnung und ein Buh-Konzert der Fans waren die Folge.

Das Rebreak gelang Thiem dann erst zum 2:3, dann gab Thiem seinen Aufschlag aber mit zwei Doppelfehlern erneut und zu Null zum 2:4 ab. In dieser hochinteressanten Phase fand Thiem bei Service Fritz und 15:40 wieder Breakbälle vor. Höchst sportlich, aber im Profitennis sehr selten, machte Thiem Fritz darauf aufmerksam, dass er den Linienrichter-Ruf hinterfragen sollte: "I would challenge" ("Ich würde die Challenge nutzen"), meinte er zu Fritz, der dies auch tat und prompt beinahe noch das Game gewonnen hätte. Thiems Ehrlichkeit wurde belohnt, er nutzte den fünften Breakball zum wichtigen 3:4-Rebreak.

Fritz ließ sich danach am linken Knie behandeln und nahm sich eine Auszeit, sichtbar war in der Folge aber nichts. Der Satz verlief weiter spannend und ging ins Tiebreak. Bei 6:5 hatte Thiem den ersten Satzball, den er gleich verwerten konnte.

Furioses Finish

Thiem konnte in der Folge immer besser retournieren und schaffte nach 2:44 Stunden das Break zum 4:2. Nach Abwehr von zwei Breakbällen stellte er auf 5:2, ehe es bei 5:3 noch zu einer 18-minütigen Regenverzögerung, die die Spieler auf dem Platz verbrachten, kam. "Das war eine schwierige Situation. Es war an der Kippe, ob Unterbrechung oder nicht. Wir hatten kein Warm-up. Dann schlage ich zwei Asse, dann drei meiner sechs Doppelfehler. Ich bin mehr als happy, dass ich das Match ausgemacht habe. Ich wollte kein 5:5, Taylor war die ganze Zeit gefährlich."

Der Niederösterreicher hatte die Atmosphäre auf dem drittgrößten Platz bei weit niedrigeren Temperaturen als zuletzt (24 Grad) genossen. "Es war ein großer Spaß, die Atmosphäre war echt schön, auch dass es nicht mehr so heiß war. Für uns Spieler ist es immer super vor so vielen Menschen zu spielen."

Thiem hat eine 1:6-Bilanz gegen Anderson und ist erstmals nicht Favorit. "Der ist einer der besten Spieler zur Zeit auf der Tour mit einem Riesenaufschlag und von den ganzen Spielern, die so gut servieren, für mich mit Abstand der beste Grundlinienspieler", sagte Thiem.

Bresnik zeigt sich zufrieden

Thiem-Coach Günter Bresnik war mit der Leistung seines Schützlings erneut zufrieden. "Fritz hat die ersten zwei Sätze, auch von hinten richtig gut gespielt, servieren tut er sowieso wie ein Ochse. Dominic hat ihn da halt zu wenig unter Druck gesetzt, dann kann so was passieren." Dass Thiem nun wieder im Achtelfinale in Flushing Meadows steht, findet Bresnik "ausgezeichnet", zumal der Saisonverlauf seit den French Open in Paris ja gar nicht nach Wunsch verlaufen war.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-01 10:23:41
Letzte Änderung am 2018-09-01 10:41:05


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