Dominik Wlazny war Erster. Der Gründer und das Gesicht der Bierpartei, der sich um das höchste Amt in der Republik bewerben will, lieferte als erster Kandidat die verlangten 6.000 Unterschriften bei der Bundeswahlbehörde ab. Amtsinhaber Alexander Van der Bellen und FPÖ-Bewerber Walter Rosenkranz sammelten am Freitag, es ist aber davon auszugehen, dass beide keine Probleme haben werden, ausreichend Unterstützungserklärungen zu erhalten - oder bereits haben. Doch auch das öffentliche Sammeln bringt Publizität und ist eine Art Vorwahlkampf.

Bundespräsident Van der Bellen warb am Freitagvormittag in Innsbruck um Unterstützungserklärungen. Mit dabei waren auch der Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi (Grüne) sowie ÖVP-Staatssekretär Florian Tursky und die Sportkletterin Anna Stöhr. Ob noch Unterschriften fehlen, wollte man nicht sagen. Es schaue, "sehr, sehr gut" aus, hieß es aus seinem Team. Ähnlich die FPÖ, die angab, dass laufend Unterstützungserklärungen eintrudelten.

Grosz und Brunner zuversichtlich

Dominik Wlazny, vulgo "Marco Pogo", kann sich derweil entspannen. Er gab sich selbst "überrascht", wie er sagte, dass es so schnell gegangen sei. Bis zum 2. September ist noch Zeit, ausreichend Unterstützer zu finden. Dabei muss jede einzelne Erklärung persönlich am Gemeindeamt bzw. Magistrat beglaubigt werden.

Wlazny zeigte sich erfreut, dass dies nun bereits am siebenten Tag gelungen ist. Seine Kandidatur sei ein ernsthaftes Projekt, und er werde die Verantwortung auch wahrnehmen. Großes Budget habe er keines, dafür aber "fantastische Unterstützer", sagte er. Zudem sei er überzeugt, dass man mit "guten Ideen" bei den Wählern punkten könne. Die Zeiten, "in denen man das Land zuplakatiert hat", seien ohnedies vorbei, so der 35-Jährige.

Bei den anderen Bewerbern könnte es knapper werden. Der ehemalige FPÖ- und BZÖ-Politiker Gerald Grosz sagte der APA am Mittwoch, dass er 3.255 Unterstützungserklärungen eingesammelt habe, täglich kämen rund 700 bis 900 weitere dazu. Der Rechtsanwalt Tassilo Wallentin sagte dagegen, dass es "wohl sehr knapp" werden dürfte. Man sei "sehr spät gestartet".

Beim Team des MFG-Vorsitzenden Michael Brunner ging man am Freitag davon aus, dass man die notwendige Anzahl überschreiten werde, der Zuspruch sei "sehr groß", Zahlen konnte man aber nicht nennen, weil die Erklärungen dezentral gesammelt werden würden. So verfährt auch der Waldviertler Schuhfabrikant Heinrich Staudinger, der etwa in den Geschäften des Unternehmens wirbt, wie eine Sprecherin der APA sagte.