Beide sind aus Zeitungen bekannt, beide haben ähnliche politische Standpunkte und beide sind seit gestern offiziell dem Amt des Bundespräsidenten einen (kleinen) Schritt näher gekommen. Sowohl der Wiener Rechtsanwalt und "Krone"-Kolumnist Tassilo Wallentin als auch der Blogger und Ex-FPÖ- und BZÖ-Politiker Gerald Grosz haben die 6.000 benötigten Unterstützungserklärungen gesammelt. Womit die Wahl auch indirekt ein Duell der Medienhäuser wird.

Die "Kronen Zeitung" und die Fellner-Medien ("oe24", "Österreich") sind die beiden großen Namen im heimischen Boulevardjournalismus. Die Verlage haben immer wieder Reibungspunkte, egal ob medial oder zuletzt auch zunehmend auf juristischer Ebene. Während Wallentin zumindest vorerst nicht mehr für die "Krone" schreibt, erhält Grosz bei oe24 nach wie vor eine Bühne.

Auch Gerald Grosz hat die benötigten Unterstützungserklärungen gesammelt.  
- © apa / Erwin Scheriau

Auch Gerald Grosz hat die benötigten Unterstützungserklärungen gesammelt. 

- © apa / Erwin Scheriau

Sowohl Grosz als auch Wallentin sind im Rennen, um zu gewinnen, sagen sie. Der Ex-Politiker Grosz hat laut seinem Umfeld bereits 8.500 Unterschriften gesammelt, eine Erklärung dazu ist am Freitag geplant.

Wallentin auf Spendenjagd

Auch Wallentin äußerte sich zu den Unterschriften. Das Inserat am Sonntag in der "Krone" habe ihm zwar geholfen, die notwendigen Unterstützungserklärungen zu erreichen, es wäre aber auch sicher ohne das Inserat gegangen, so Wallentin. Der Rechtsanwalt, der laut Umfragewerten bei sechs Prozent liegt, will Amtsinhaber Van der Bellen in eine Stichwahl zwingen. Das ist insofern ein ehrgeiziges Ziel, als der Amtsinhaber laut Umfragen 60 Prozentpunkte über Wallentin liegt.

Ob er von Frank Stronach, der schon das Inserat und den Abdruck der Unterstützungserklärung in der "Krone" bezahlt hat, weitere finanzielle Mittel bekommen werde, ließ Wallentin offen. Stronach habe die erste Phase mit der Sammlung der Unterschriften unterstützt. Jetzt sei er auf Spenden angewiesen, damit der Wahlkampf weitergehen könne, sagte Wallentin. Wieviel Geld er im Wahlkampf einsetzen wolle, wollte er nicht beziffern. "Je mehr desto besser, das ist klar." Aber er denke, dass er gar nicht so viel Geld brauche, weil die Stimmung so gut sei. "Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist", zeigte sich der Anwalt von sich selbst überzeugt.

Wlazny war Erster

Amtsinhaber Alexander Van der Bellen und FPÖ-Kandidat Walter Rosenkranz haben noch nicht bekanntgegeben, wie viele Unterstützungserklärungen eingelangt sind, beide werden aber keine Mühe haben, die 6.000 Unterschriften zu erhalten.
Neben Wallentin und Grosz steht bisher als einziger Dominik Wlazny offiziell am Stimmzettel. Wlazny, vulgo "Marco Pogo", hat als Erster bereits am Freitag die notwendigen Unterstützungserklärungen bei der Bundeswahlbehörde eingebracht. (apa/no)