Mit sieben Kandidaten, die genügend Unterstützungserklärungen gesammelt haben, ist das Bewerberfeld für die Hofburg-Wahl am 9. Oktober so groß wie nie zuvor. Mit fast 25.000 Unterstützungserklärungen (6.000 wären nötig) hat Amtsinhaber Alexander Van der Bellen am Freitag, am letztmöglichen Tag, die meisten abgegeben. Er will schon im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichen - was die sechs anderen Kandidaten verhindern wollen. 

Der Hausherr will noch einmal

2016 setzte sich Alexander Van der Bellen in einem denkwürdigen Wahl-Marathon gegen Norbert Hofer (FPÖ) durch. Die Erwartung eines geruhsamen Arbeitsalltags als Bundespräsident erfüllte sich für den ehemalige Bundessprecher der Grünen nicht, jagte seitdem doch eine Regierungskrise die andere.

Alexander Van der Bellen. - © apa / expa / Johann Groder
Alexander Van der Bellen. - © apa / expa / Johann Groder

Insgesamt führte Van der Bellen besonnen und in professoralem Ton durch die diversen (Regierungs-)Krisen, und wenn er einmal doch Kritik übt, dann meist dezent und abwägend.

Ursprünglich war der 78-jährige Volkswirt als Universitätsprofessor in Wien und Innsbruck tätig. Mit 50 ging er in die Politik und wurde Abgeordneter der Grünen im Nationalrat (1994 bis 2012), die ihn 1997 zum Chef erkoren. Nach Verlusten bei der Wahl 2008 trat er als Parteichef zurück.

Geboren wurde Van der Bellen am 18. Jänner 1944 in Wien, als Sohn russisch-estnischer Eltern. Aufgewachsen ist er im Tiroler Kaunertal. Van der Bellen ist Vater zweier Söhne aus erster Ehe und jetzt mit Doris Schmidauer verheiratet.

Weiter klicken zu Walter Rosenkranz