Nun sind auch die rund 807.000 Briefwahlstimmen ausgezählt, und das vorläufige Endergebnis der Bundespräsidentenwahl 2022 steht fest. Amtsinhaber Alexander Van der Bellen hat gegenüber der Hochrechnung inklusive Briefwahl von 56,2 auf 56,69 Prozent noch einmal geringfügig zugelegt, während sein größter Herausforderer Walter Rosenkranz (FPÖ) mit 17,68 Prozent der Stimmen gegenüber den 17,9 Prozent in der Hochrechnung am Wahlabend leicht verloren hat. Dominik Wlazny von der Bierpartei hat mit 8,31 Prozent Platz drei vor Tassilo Wallentin (8,07 Prozent) knapp behauptet - in Wien ist er sogar Zweiter -, dahinter kommen Gerald Grosz (5,57 Prozent), MFG-Chef Michael Brunner (2,11 Prozent) und Heinrich Staudinger (1,59 Prozent) zu liegen.

Im Gegensatz zu Van der Bellen und Wlazny haben die dem Mitte-Rechts-Spektrum zuzurechnenden Kandidaten allesamt - wie man es von der FPÖ gewohnt ist - bei den Briefwählern deutlich schlechter abgeschnitten als bei den Urnenwählern. Nicht nur Rosenkranz verlor gegenüber der Urnenwahl (19,09 Prozent) durch die Briefwähler letztlich 1,41 Prozentpunkte, auch Wallentin fiel von 8,39 auf 8,07 Prozent zurück. Grosz und Brunner büßten ebenfalls noch ein wenig durch die Briefwahl ein. Fast unverändert blieb das Ergebnis von Schuhfabrikant Heinrich Staudinger. Er hatte im am Sonntag verlautbarten Ergebnis ohne Wahlkarten 1,56 Prozent und am Montagabend nach der Briefwahlauswertung 1,59 Prozent.

Mit 65,19 Prozent war die Wahlbeteiligung etwas geringer als bei der vergangenen Präsidentschaftswahl 2016. Damals gaben 68,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Ohne die Briefwähler waren am Sonntag nur magere 52,50 Prozent in die Wahllokale gegangen. Es wurden auch mit 97,80 Prozent etwas weniger gültige Stimmen abgegeben als vor sechs Jahren (damals waren es 97,88 Prozent). (red/apa)