Wien. Nach ersten Hochrechnungen wird der nächste Bundespräsident Alexander Van der Bellen heißen: 53,6 Prozent der Österreicher votierten demnach für Van der Bellen, 46,4 Prozent für Norbert Hofer.

Sollte der ehemalige Grünen-Chef tatsächlich vorne liegen, dürfte das Rennen für den FPÖ-Bewerber Norbert Hofer gelaufen sein. Denn bei den Briefwählern hat bei der aufgehobenen Stichwahl am 22. Mai Van der Bellen weit besser abgeschnitten als Hofer. Offizielle Informationen gab es am Sonntag vor 17.00 Uhr nicht, die Wahlbehörden bemühten sich auf allen Ebenen, keinen weiteren Grund für eine Aufhebung zu liefern.

Um 17.00 Uhr war österreichweiter Wahlschluss. Bis dahin wählen konnte man in allen 1.550 Wiener Wahllokalen, in den 147 Sprengeln Innsbruck sowie in drei kleineren Gemeinden - einer in Tirol, Ehrwald im Bezirk Reutte, am Fuß der Zugspitze, sowie zwei Wien-nahen NÖ-Gemeinden, Wienerwald (Bez. Mödling) und Wolfsgraben (Bez. Wien-Umgebung).

Da diese Sprengelwahlbehörden erst jetzt mit der Stimmenauszählung beginnen können, haben die Hochrechner für ihre ersten Prognosen noch keine Daten aus Wien zur Verfügung. Wie die Bundeshauptstadt gewählt hat, müssen sie anhand anderer Städte (vor allem der ersten Grazer Sprengel) und der Umlandgemeinden abschätzen. Gegen 18.00 Uhr sollten die ersten Wiener Sprengelergebnisse eintreffen und Graz schon fast ganz ausgezählt sein. Dann können präzisere Hochrechnungen veröffentlicht werden.

Das vorläufige Endergebnis wird auch bei der Wiederholungswahl für etwa 19.30 Uhr erwartet. Verkünden wird es Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) diesmal nicht; er ist zu Wahlschluss nach Deutschland gereist, um dort an bei der Anne Will-Talkshow aufzutreten. Öffentlich präsentieren wird er erst das Endergebnis inklusive Briefwahl. Die Stimmen der Briefwähler werden am Montag ausgezählt. Wann das Ergebnis vorliegen wird, konnte auch die Bundeswahlbehörde nicht abschätzen.