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Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Bundespräsidentenwahl: In der letzten  SORA/ORF-Hochrechnung liegen Van der Bellen und Norbert Hofer mit je 50,0 Prozent gleichauf. Ausgezählt sind 99,8 Prozent der Stimmen.

Österreich muss daher wohl noch einen Tag warten, bis es weiß, wer neues Staatsoberhaupt wird. Erst am Montagabend nach Auszählung der rund 900.000 Wahlkarten, wird sich entscheiden, wer wirklich vorne ist.

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Klar ist derweil nur, dass das Interesse gegenüber dem ersten Durchgang gestiegen ist. Die Wahlbeteiligung kletterte auf über 70 Prozent.

Zurückhaltende Kandidaten

Die beiden potenziellen Staatsoberhäupter blieben angesichts des überaus knappen Ergebnisses vorerst zurückhaltend. Hofer und Van der Bellen gaben sich vorsichtig zuversichtlich. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache geht aber davon aus, dass Hofer letztlich vorne sein wird: "Es ist ein Tag der großen Dankbarkeit und der Freude." Doch auch die Grünen, deren Kandidat den ganzen Nachmittag über in den Hochrechnungen weiter aufgeholt hat, haben die Flinte nicht ins Korn geworfen. Bundessprecherin Eva Glawischnig war "unglaublich gespannt" und "sehr optimistisch".

Van der Bellen in den Städten stark, Hofer am Land

Insgesamt gilt, dass Hofer vor allem in ländlichen Regionen klar Platz eins geholt hat, während Van der Bellen in den Städten punktete. Der langjährige Grüne Bundessprecher konnte Wien mit über 63 Prozent sehr deutlich für sich entscheiden, ebenso Graz. Wird Van der Bellen Bundespräsident, verdankt er seinen Sieg vor allem den Wählern in den Städten bzw. im Umland der großen Städte. Schon ohne Briefwahl lag er am Wahlsonntag in acht Landeshauptstädten vorne - nur in Eisenstadt nicht. Dort war Hofers Vorsprung aber so knapp, dass sich das mit Auszählung der Briefwahl am Montag noch ändern könnte.

Hofer holte sich den Sieg in Eisenstadt. Überhaupt war er in seinem Heimatbundesland ausnehmend stark. In seiner Heimatgemeinde Pinkafeld waren es sogar 73 Prozent. Ebenfalls einen deutlichen Hofer-Sieg gab es in Kärnten und Salzburg. In Oberösterreich ist er vor Auszählung der Wahlkarten knapp voran. Auch die Steiermark ist blau.

Vorarlberg war dagegen Van der Bellen-Land. Er reüssierte mit gut 56 Prozent. Tirol könnte ebenfalls an ihn gehen, Wien mit Sicherheit.

Wer auch immer die Wahl letztlich gewinnt, hat genügend Zeit zur Erholung bis dahin. Erst am 8. Juli wird der Nachfolger von Heinz Fischer als neues Staatsoberhaupt angelobt.