Wien. Eine erste SORA-Analyse auf Basis einer Wahltagsbefragung unter 1.218 Wahlberechtigten zeigt, dass die bessere Mobilisierung für Van der Bellen die Wahl entschieden hat. Nahezu alle Befragten gaben an, dass ihre Entscheidung schon seit längerem feststand – und sie ihre Meinung seit dem Mai nicht geändert haben. Entscheidend für den Wahlsieg von Alexander Van der Bellen war demnach, dass er seine Unterstützer besser für eine Teilnahme an der Wahlwiederholung motivieren konnte als Norbert Hofer.

Alexander Van der Bellen überzeugte seine WählerInnen vor allem damit, dass er Österreich im Ausland gut vertreten könne (67% "sehr wichtiges" Motiv) sowie mit seiner pro-europäischen Haltung (65%). Amtsverständnis (59%) und Kompetenz (58%) von Van der Bellen waren ebenfalls wichtige Entscheidungsmotive.

Wahlmotiv: Richtungsentscheidung

42% der Van der Bellen-WählerInnen sagten, dass es Ihnen bei dieser Wahl eher um die Verhinderung des Gegenkandidaten gehe als um die Person des Bundespräsidenten. 54% sahen darin auch eine Richtungsentscheidung für Österreich.

Die WählerInnen von Norbert Hofer machten ihr Kreuz bei dieser Wahl überwiegend wegen ihres eigenen Kandidaten (51%), und nicht um den Gegner zu verhindern (24%).

Wichtigste Wahlmotive für Hofer waren, dass ihr Kandidat die Sorgen der Menschen verstehe (55% "sehr wichtiges" Motiv), kompetent sei (55%) und gegen das etablierte politische System auftrete (54%). Für 52 Prozent war ein sehr wichtiges Wahlmotiv, dass Norbert Hofer wichtige Veränderungen im Land anstoßen könne.

Verlust an Sympathie und Glaubwürdigkeit

Beide Kandidaten haben im Lauf der Wahlauseinandersetzung an Glaubwürdigkeit und Sympathie verloren. So nannten im Mai noch 67% der Hofer- und 50% der Van der Bellen-WählerInnen Sympathie als wichtiges Wahlmotiv. Bei der Wiederholungswahl sind diese Werte auf 46% (Hofer) bzw. 37% (VdB) gesunken. Auch bei der Glaubwürdigkeit zeigt sich ein Rückgang in der Zustimmung von 62 auf 51 Prozent (Hofer) bzw. von 61 auf 50 Prozent (VdB).

Hohes Vertrauen in korrekte Durchführung der Wahl

Eine klare Mehrheit von über 90 Prozent der Befragten äußerte Vertrauen, dass die Wahl ordentlich durchgeführt und ausgezählt wird, 66 Prozent stimmen der Aussage sehr, weitere 27 Prozent ziemlich zu. Dieses hohe Vertrauen gilt für alle Bevölkerungsgruppen, für WählerInnen als auch NichtwählerInnen, für Hofer- wie für Van der Bellen-AnhängerInnen.