Wien. Die NEOS sind Freitagabend mit einer Großveranstaltung im Wiener Urania-Kino in die Schlussphase des EU-Wahlkampfs gestartet. NEOS-Spitzenkandidatin Claudia Gamon erneuerte beim pinken Auftakt-Event in der Urania ihr Bekenntnis zu den "Vereinigten Staaten von Europa". Diese Vision biete die Gewissheit, dass das Morgen besser als das Heute sei. Man brauche "ein Europa, das liefern kann".

Gamon konzedierte, dass vielleicht noch nicht jeder diese Vorstellung teilt, doch das sei eben die NEOS-Herausforderung: zu seinen Überzeugungen zu stehen, auch wenn noch nicht alle der gleichen Meinung seien. Sie möchte "noch mehr Menschen von den Vereinigten Staaten von Europa" überzeugen: "Die pure europäische Freiheit, das sind die Vereinigten Staaten von Europa."

"Freie Menschen, freie Gesellschaft"

EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc hatte davor die Bedeutung der Union hervorgestrichen. China werde sich nicht mit Österreich in entscheidenden Dingen an den Tisch setzen, auch nicht die USA mit Deutschland. Es gebe kein einziges Land in der EU, das global bestehen könne, betonte die slowenische Liberale: "Deshalb benötigen wir einander."

Wie die NEOS den erhofften Wahlerfolg einfahren könnten, gab "Allianzpartnerin" Irmgard Griss vor. Man müsse auch das Herz ansprechen, indem man den Menschen klar mache, dass auch Europa eine Heimat sei: "Als freier Mensch in einer freien Gesellschaft zu leben, ist ein Menschheitstraum."

Wieder die "National-Brutalos"

Aufgewertet wurde der Event von Beate Meinl-Reisinger, die nach ihrer Baby-Pause kurz ins Polit-Geschäft zurückkehrte. Empfangen wurde die Parteivorsitzende mit einem "Happy Birthday", gestern war sie 41 geworden. In ihrer kurzen Ansprache machte Meinl-Reisinger keinen Hehl daraus, dass man vor schwierigen Zeiten stehe - Herausforderungen in der Wirtschaft erzeugten große Sorgenfalten, es gebe neue Aggressionen in der Welt, Populismus, Nationalismus und den Klima-Wandel. Aber die NEOS stünden dafür, dass es die Chance gebe, "dass es für uns alle gut wird." Ihre Partei stehe für den europäischen Traum, einen Kontinent der Freiheit, die Vereinigten Staaten von Europa.

In der Urania dominierte weibliche Prominenz, nicht das schlechteste angesichts der männlichen "National-Brutalos", die sich derzeit in Europa breit machten, wie Generalsekretär Nikola Donig befand. Als Gast aus der Nachbarschaft war dann auch die Spitzenkandidatin der ungarischen Liberalen aufgeboten, Katka Cseh, die für eine starke EU warb, die die europäischen Staaten sowohl vor externen als auch vor internen Gefahren bewahre. "We want less Orban", lautete ihre Botschaft in Richtung des ungarischen Premiers Viktor Orban.

Zu den Gästen zählten neben der praktisch geschlossenen aktuellen Parteiprominenz auch NEOS-Bündnispartnerin und Abgeordnete Irmgard Griss sowie die frühere Chefin des Liberalen Forums Heide Schmidt. Nicht dabei war hingegen NEOS-Gründer Matthias Strolz. (apa)