Wien. Für Andreas Mölzer ist kein Platz bei den Reformkonservativen (Rekos). Ganz im Gegenteil. Viel lieber hätte die Partei von Ewald Stadler den von Mölzer geschmähten Fußballstar David Alaba in ihrem Lager. Unrealistisch? Egal. Der Coup ging auf. Für ein paar Stunden waren die Rekos das Thema in den sozialen Medien.

Eigentlich sollte Ex-FPÖ-, Ex-BZÖ- und jetzt Rekos-Politiker Stadler neue Kooperationspartner seiner christlich-konservativen Partei vorstellen. Das wurde kurzerhand verschoben. Stattdessen widmete sich der EU-Mandatar zunächst ganz dem Thema Mölzer. Es hatte Spekulationen gegeben, dass dieser bei den Rekos einsteigen könnte. Eine Anfrage Mölzers gab es allerdings nicht. Diese wäre auch abgelehnt worden, denn "wir sind kein Parkplatz für gescheiterte Politiker".

"Treudeutsche Recken" in der "Disko-Partei"

Für einfache Funktionäre vor allem der FPÖ gilt diese Einschränkung freilich nicht. Auch nicht für die bisherigen Wähler der Freiheitlichen. Vor allem das "wertkonservative Wählerpotenzial" der FPÖ sei herzlich willkommen. Diesen wolle man ein Angebot machen nach dem Motto: "Heimat statt Partei". Denn in der Öffentlichkeit würden sich die Freiheitlichen als "treudeutsche Recken" präsentieren, tatsächlich hätte sich die Partei "voll mit dem Zeitgeist arrangiert" und sei eine reine "Disko-Partei", so Stadler.

Dass Mölzer über rassistische Aussagen gestolpert ist, wundert Stadler nicht. In der FPÖ sei es üblich, dass man "ordentlich vom Leder zieht", wenn man glaubt, dass keine Medien zuhören. Die Parteiführung reagiere dann so, "wie wenn ich meine Buben beim Rauchen erwischt habe - mit kindischen Ausreden", so Stadler.

Mölzer war als FPÖ-Spitzenkandidat abgesetzt worden, weil er die EU mit dem Dritten Reich verglichen und als "Neger-Konglomerat" bezeichnet hatte, vor allem aber, weil er David Alaba, Profi beim FC Bayern und Österreichs ganzer fußballerischer Stolz, ob seiner Hautfarbe und Herkunft beleidigt hatte. Derartige Äußerungen seien nicht akzeptabel, so Stadler. Die FPÖ habe den Fußballprofi übel gefoult.

Die Schmähung Alabas ist für Stadler umso empörender, als dieser "einer der ganz wenigen bekennend christlichen Spitzensportler in Österreich" sei. Alaba ist Mitglied einer christlichen Freikirche und trägt auch bei sportlichen Erfolgen seinen Glauben gerne zur Schau. Sein Motto: "Meine Kraft liegt in Jesus."