Wien. Die Grünen sind am Montag in der Früh von Wien aus auf ihre "Europatour" durch Österreich aufgebrochen. In den nächsten zwei Wochen wollen sie in den Bundesländern über die Grünen Wahlkampfthemen informieren und das Ohr bei den Bürgern haben. Bundessprecherin Eva Glawischnig rechnet damit, auf der Tour auch innenpolitische Themen zu diskutieren.

Die bereits erprobte Dialogtour sei eine gute Gelegenheit für direkte Gespräche mit der Bevölkerung, so Glawischnig beim Tourstart vor dem Parlament. Sie freue sich auch immer, wenn sie ein bisschen aus der Wiener Innenpolitik "rauskommt", erklärte die Parteichefin. "Nicht besser wissen, sondern besser verstehen", erklärte sie weiters das Motto der Reise mit mehr als 25 Terminen.

EU-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek interpretierte den strahlenden Sonnenschein als "guten Start" und betonte die Bedeutung der EU als Friedensprojekt. Auch zeige das Beispiel Ukraine, wie wichtig eine gemeinsame Außenpolitik sei: "Wichtig wäre eine neutrale, bündnisfreie Ukraine, die eine Brücke zwischen Ost und West ist."

Die Ukraine wählt am 25. Mai - also am selben Tag, an dem auch die Europawahlen stattfinden - einen neuen Präsidenten. Angesichts der Eskalation des dortigen Konflikts sei das aber "kein Hoffnungsmoment für einen Neubeginn für die Zukunft der Ukraine", schreibt Lunacek in einem offenen Brief an Außenminister Sebastian Kurz.

Weitere Anliegen sind der grünen Spitzenkandidatin der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen sowie die Transparenz bei den Verhandlungen zum Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU (TTIP).

Mit Blick auf die Innenpolitik kritisierte Lunacek den Budgetentwurf von Finanzminister Michael Spindelegger. Dieser sei eine "Absage" an eine moderne Bildungspolitik und Entwicklungszusammenarbeit.