Wien. Die EU-Wahl in Österreich ist geschlagen. Die ÖVP verliert zwar vermutlich ein Mandat, bleibt aber klar stärkste Kraft vor der SPÖ, die ihr Ergebnis von 2009 hält. Freiheitliche und Grüne gewinnen Stimmen und Mandate, die NEOS ziehen erstmals ins Europaparlament ein, bleiben aber unter den eigenen Erwartungen.

Vorläufiges Ergebnis Europawahl

Das inoffizielle vorläufige Ergebnis: Die ÖVP kommt auf 27,3 Prozent und fünf Mandate (-2,7 Prozentpunkte), die SPÖ auf 24,2 (+0,5), die Freiheitlichen erreichen 20,5 (+7,8), die Grünen 13,9 (+4) und die NEOS 7,6. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Anteile von ÖVP, Grünen und NEOS noch wachsen, wenn am Montag die Briefwahlstimmen ausgezählt sind, die im Laufe des Wahltages in den Hochrechnungen bereits mit geschätzt worden waren.

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Die Wahlbeteiligung lag nahezu unverändert bei 43,11 Prozent.

Spindelegger bleibt Obmann-Debatte erspart

Die Volkspartei kann mit dem Ergebnis jedenfalls gut leben, gelang es doch ein weiteres Mal, trotz bundespolitischen Gegenwinds stärkste Europapartei zu werden. Angesichts des für die ÖVP besonders unangenehmen Antretens der NEOS meinte Vizekanzler Michael Spindelegger, das Ergebnis für seine Partei sei etwas Besonderes. Man werde nun "am Boden bleiben" und nicht dem Größenwahn verfallen.

Dass Spindelegger eine Obmann-Debatte erspart bleibt, hat er in erster Linie Spitzenkandidat Othmar Karas zu verdanken, der auch laut Wahltagsbefragungen ein besonders starkes Motiv für die Wahl der Volkspartei war. Karas deutete das Ergebnis als Erfolg für eine Europapolitik, die auch Menschen außerhalb der ÖVP anspreche.

Zwei Wermutstropfen für die ÖVP gab es freilich, einerseits, dass vermutlich eines der bisher sechs Mandate verloren geht und somit Ex-Justizministerin Beatrix Karl nicht nach Brüssel kann und andererseits, dass man just in jenem Bundesland schlecht abschnitt, das noch heuer wählt, nämlich in Vorarlberg, wo der Volkspartei gleich acht Prozentpunkte abhandenkamen.

SPÖ in der Steiermark nur auf Platz drei

Der SPÖ wiederum wird wohl besonders das Ergebnis in der Steiermark Sorgen machen, wo im kommenden Jahr der Landtag gewählt wird. Die Sozialdemokraten fielen dort am Sonntag auf Platz drei hinter ÖVP und Freiheitliche zurück. Überhaupt hielt sich die Euphorie in Grenzen. Kanzler Werner Faymann (SPÖ) räumte ein, dass man das Wahlziel stärkste Kraft verpasst habe. Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) brach auch nicht in "frenetischen Jubel" aus. Nur Spitzenkandidat Eugen Freund war zufrieden. Man habe den Abstand zur ÖVP verringert, ein "sehr achtbares Ergebnis" und die fünf Mandate gesichert.